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Die Ackerwerkzeuge. 21
druͤche von ganz mit Baumwurzeln durchwachſenen Boden mit ungleich geringerer Kraft gemacht habe, als mit einem ſtarken Naͤderpfluge moͤglich geweſen waͤre. Ich habe mit zwei Pferden Boden dieſer Art umgebrochen, auf welchen man einen Raͤderpflug mit weniger als ſechs Pferden zu beſpannen fruchtlos gehalten haͤtte, wozu dann freilich die beſſere Konſtruktion des Pflugkoͤrpers und die Staͤrke des nach Smalſcher Art befeſtigten Meſſers beitrug.
Wenn der raͤderloſe Pflug durch die minder feſte Haltung, welche ihm die Spitze des Baums giebt, eine minder feſte Richtung hat, ſo wird dies bei weitem durch den Vortheil uͤberwogen, daß der Pflugfuͤhrer nun eine Gewalt uͤber ihn hat, die bei dem Raͤderpfluge faſt ganz wegfaͤllt. Er kann ihn mit einem gelinden Druck mehr links in das Land hinein, oder mehr rechts heraus, durch eine Hebung der Sterzen tiefer in den Boden, durch einen gelinden Druck mehr herausbringen, und wenn auf einer ebenen Flaͤche von dieſen Abweichungen keine noͤthig iſt, ſeinen Gang fortgehen laſſen. Die⸗ ſer große Vorzug faͤllt am meiſten auf unebenen, huͤglichten, ſich bald ſenkenden, bald erhebenden Boden ins Auge. Der Naͤderpflug wirkt hier durchaus falſch, und macht eine Furche von ungleicher Tiefe. Wenn es naͤmlich auf einen Huͤgel hinaufgeht, ſo ſteht das Vorgeſtell hoͤher, als der Pflug⸗ koͤrper, folglich hebt ſich die Spitze des Schaars, und ſtreicht ganz flach oder voͤllig uͤber die Ober⸗ faͤche her. Geht es bergab, ſo ſteht das Vorgeſtell niedriger, wie der Pflugkoͤrper, und ſo ſenkt ſich das Schaar, und der Pflug geht zu tief ein. Dies kann ohne jedesmaliges Umſtellen des Pfluges durchaus nicht verhuͤtet werden, und alle Anſtrengungen des Fuͤhrers dagegen ſind vergebens. Nicht deutlicher wird dieſes, als wenn man ein Feld, was in breite, hohe Beete aufgepfluͤgt worden, mit einem Raͤderpfluge queer durcharbeiten will. Wenn der Pflug zurden Ruͤcken hinaufgeht, ſo greift er kaum ein, und geht er zur Furche herab, ſo faßt er zu tief. Mit einem raͤderloſen Pfluge kann ein aufmerkſamer Pflugfuͤhrer mittelſt der langen Sterzen, ohne erhebliche Kraftanſtrengung, dies voͤllig vermeiden, und eine voͤllig gleiche Furche auspfluͤgen. G
Jeder Ackerbauer kennt die große Schwierigkeit, den Raͤderpflug in zaͤhem Boden, der trocken geworden iſt, in die Erde zu bringen. Alle dabei anzuwendenden Huͤlfen, die jedesmalige Umſtellung beym Einſetzen, der Druck auf den Baum, indem ſich ein Fuͤhrer darauf legt, das tiefere Einkeilen der Grießſaͤule, alles iſt vergeblich und die Pflugarbeit wird unterbrochen. Der raͤderloſe, vielleicht mit einem etwas ſpitzern Schaar verſehene Pflug muß, wenn er hinten gehoben wird, in eine Dreſch⸗ tenne eindringen, und in ſofern nur die Kraft des Zugviehes zureicht, durchaus die haͤrteſte Erde durchbrechen. Will man alſo nur Zugkraft genug anwenden, ſo kann keine Ausdoͤrrung und Zaͤhig⸗ keit des Bodens die Pflugarbeit verhindern.
Die groͤßere Einfachheit des raͤderloſen Pfluges und ſeine mehrere Haltbarkeit faͤllt in die Au⸗ gen. Vermittelſt der letztern wird der viele Zeitverluſt erſpart, der bei der Arbeit durch die haͤufigen Reparationen verſchwendet wird.
§. II9.
Bei dem Naͤderpfluge iſt die Konſtruktion der Raͤder verſchieden. Daß die hoͤheren und beſſer abgerundeten Raͤder einen Vorzug vor den kleinen, hoͤckrigen, ſchlecht gearbeiteten, haben, hat wohl keinen Zweifel. Er iſt aber nicht ſo groß und zur Verminderung der Laſt nicht ſo wichtig, wie manche ihn angegeben haben.
Die Naͤder ſind entweder auf einer feſtſtehenden Axe beweglich, oder ſie ſind auf derſelben feſt, und die Axe ſelbſt oder die eiſerne Spindel laͤuft im Rumpfe des Pfluges mit den Raͤdern um. Man giebt letzterem mehrentheils den Vorzug, beſonders bei niedrigen Raͤdern, weil ſich theils die Axe leichter wegſchleifen wuͤrde, theils aber, weil es dann nicht wohl zu verhindern iſt, daß ſich Erde zwi⸗ ſchen der Axe und dem niedrigen Rade ſetze. Es hat dieſes aber auch wiederum Nachtheile.
Konſtruktivn
der Raͤder.


