Teil eines Werkes 
Dritter Band (1811)
Entstehung
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Die Ackerwerkzeuge. 179

der Stelle mit dem Sterzen wieder auf, hebt ihn bei dem Einſetzen ſehr wenig und laͤßt ihn dann ſeinen Gang fortgehen.

§. I17.

Der Pflug muß geſtellt werden koͤnnen zu breitern oder ſchmalern, und zu tieferen oder flacheren Steuung des Furchen. Dieſe Stellung geſchieht an der Spitze des Baums. Sie wird bei dem Raͤderpfluge auf Pfluges⸗

eine ganz verſchiedene Weiſe, wie bei dem raͤderloſen bewirkt.

Bei erſterm kann die Erhoͤhung oder Vertiefung des Pfluges, wie oben geſagt, ſchon dadurch bewirkt werden, daß der Pflugbaum verkuͤrzet oder verlaͤngert wird, d. h. in Hinſicht des Punkts, womit er auf dem Vorgeſtelle ruht, und zu dem Ende ſind in dieſem Baume die verſchiedenen Vor⸗ ſteckelöcher angebracht. Da dieſe Stellung aber bloß hierdurch nicht ſo genau getroffen werden kann, wie es oftmals noͤthig iſt, ſo liegt auf dem Rumpfe des Pfluges mehrentheils eine ſogenannte Lichte, welche gehoben werden kann, und wodurch der Ruhepunkt des Pfluges herauf oder herunter ge⸗ bracht wird. Sie iſt auf mannigfaltige Weiſe eingerichtet, und feinerer oder groͤberer Bewegungen faͤhig, je nachdem der Raͤderpflug uͤberhaupt mehr oder minder verfeinert iſt. Auf dieſer Lichte kann auch der Pflug bei manchen Einrichtungen ſeitwaͤrts mehr ins Land oder mehr aus dem Lande heraus, zu ſchmalern oder breitern Furchen geſtellt werden. Wird naͤmlich der Pflugbaum mehr auf die rechte Seite gelegt, ſo bekommt das Schaar ſeine Tendenz nach der Furche; wird er links gelegt, nach dem feſten Lande hin. Jedoch muß, um breitere oder ſchmalere Furchen zu machen, zugleich eine Ver⸗ aͤnderung an dem Zugpunkte des Vorgeſtelles vorgenommen werden, und dies geſchieht vermittelſt des ſogenannten Gezuͤngs oder der Leyer, indem durch die damit vorzunehmende Veraͤnderung der Mittelpunkt des Zuges und des Vorgeſtelles nach der rechten oder linken Seite mehr hingebracht werden kann. Die Vorrichtungen dazu ſind mannigfaltig, aber ſo unbedeutend, daß ſie keiner ge⸗ nauern Beſchreibung werth ſind. Die einfachſte iſt ohne Zweifel die beſte, und dieſe findet ſich an den in meiner Ausgabe des Dickſon Tafel 1. abgebildeten Norfolkſchen Pfluge, welcher unter den Raͤ⸗ derpfluͤgen, die mir bekannt ſind, uͤberhaupt wohl der vollkommenſte iſt. Die Leyer iſt hier von Ei⸗ ſen, und dadurch freilich etwas koſtbarer. Wenn man aber auf ihre Haltbarkeit Ruͤckſicht nimmt, und auf das leichte Einhaͤngen der Waage in einen oder den andern Zahn, und dagegen die Zerbrech⸗ lichkeit und das weitlaͤuftige Umkeilen der meiſten andern Vorrichtungen, wodurch der Rumpf des Pfluges ſo oft geſpalten wird, und wobei man die Stellung doch ſelten recht genau trifft, ſo wird man finden, daß jene ſehr erſparend ſey.(Dieſer Pflug iſt uͤbrigens nur zu ſehr flachen dreizolligen Pfluͤ⸗ gen beſtimmt.)

An den raͤderloſen Pfluͤgen giebt es zwei Arten von Stellungen, welche durch eiſerne Buͤgel be⸗ wirkt werden. Ich muß mich hierbei, ſo wie uͤberhaupt bei der ganzen Lehre vom Pfluge, auf meine Beſchreibungen der nutzbarſten Ackerwerkzeuge, erſtes Heft, beziehen, wo man an dem Smalſchen Pfluge den Buͤgel mit der Kette, Tafel 1. Fig. IV. und Taf. 4. Fig. VIII. IX. X., an dem kleinen Pfluge mit beweglichem Streichbrette den Stellungsapparat, der fuͤr leichtere Pfluͤge zulaͤnglich iſt, Taf. 7. Fig. III. u. V., abgebildet und beſchrieben findet.

In Anſehung der Tiefe, worin der Pflug gehen ſoll, kommt es naͤmlich darauf an, den Zug⸗ punkt an der Spitze des Pfluges zu erhoͤhen oder zu erniedrigen, mehr vorwaͤrts oder mehr ruͤckwaͤrts zu bringen. Jedoch kommt dabei die Laͤnge der Zugſtraͤnge ebenfalls in Betracht. Um vorher zu wiſſen, wie tief der Pflug bei einer gegebenen Hoͤhe des Zugpunkts an den Zugthieren und der Laͤnge der Straͤnge in den Boden eingehen wird, verlaͤngere man die Linie von jenem Punkte zu dem Punkte, wo der Zug an dem Pflugbaume befeſtigt iſt, bis auf den Pflugkoͤrper. Wo dieſe Linie hinfaͤllt, ſo tief geht der Pflug ein. Je weiter der Befeſtigungspunkt heruntergebracht wird, deſto naͤher faͤllt

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