Teil eines Werkes 
Erster Band (1811) Begründung der Lehre und des Gewerbes : Oekonomie oder die Lehre von den landwirthschaftlichen Verhältnissen
Entstehung
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Die Koppelwirthſchaft. 211

Möglichkeit vorhanden. Wenn die Feldmark eine lange ſchmale Figur bildet, und der Hof obendrein an einer ſchmalen Seite liegt, ſo iſt das Uebel unabaͤnderlich.

Es iſt ſonſt die Regel, einen Schlag nicht zu theilen und aus mehreren Koppeln beſtehen zu laſ⸗ ſen. Wenigſtens iſt dies bei der Weidewirthſchaft ſehr wichtig, obwohl gleichguͤltiger und oft rath⸗ ſamer bei der Stallfuͤtterung..

Bei obiger Lage indeſſen koͤnnte man ſich vielleicht dadurch helfen, daß man z. B. bei 7 Schlaͤ⸗ gen 14 Koppeln machte, und ein jeder Schlag ſeine erſte Koppel ſo viel naͤher liegen haͤtte, als die andre weiter zuruͤckliegt. Es verſteht ſich, daß die Schlaͤge nicht zu klein ſeyn duͤrften.

§. 341.

Haͤufig iſt es aber auch wegen der phyſiſchen Beſchaffenheit des Areals nicht moͤglich, die Schlaͤ⸗ ge zuſammenhaͤngend zu machen, weil ſie durch Baͤche, Bruͤche, Moore und Seen unterbrochen wer⸗ den. Hier iſt die Verſchiedenheit unendlich, und man muß die allgemeinen Regeln beobachten, ſo viel wie es moͤglich iſt. Bei langer Ueberlegung und haͤufiger Betrachtung der Flaͤche ſowohl in der Natur als auf der Charte verfaͤllt man auf mancherlei Ideen, worunter man dann die in den meiſten Ruͤckſichten moͤglichſt beſte waͤhlen muß, ohne abſolute Vollkommenheit zu verlangen. Wenn ſolche Stellen nicht breit find, ſo geht man mit den Graͤnzen der Schlaͤge gewoͤhnlich gerade hindurch, und ſucht die Verbindung durch Bruͤcken oder Daͤmme zu erhalten. Wo dies aber nicht angeht, muß man Waſſer oder ſumpfige Niederungen zu Graͤnzen der Schlaͤge annehmen.

§. 342.

Wo es irgend möglich iſt, macht man die noͤthigen Abzugsgraͤben auch zu Graͤnzgraͤben der Kop⸗ peln. Ein gleiches iſt mit den Wegen der Fall, die man gern mit Graͤben einfaßt und in moͤglichſt gerader Linie legt, um weniger Land zu verlieren, und den kuͤrzeſten Weg von einem Punkte zum an⸗ dern zu haben. Da indeſſen zu jeder Koppel ein Weg fuͤhren muß, und man ihn ungern durch eine andere Koppel hindurch legt, ſo werden zuweilen Umwege nothwendig.

§. 343.

Die Lage des Bauerfeldes macht, wo der Wirthſchaftshof mit dem Dorfe zuſammenhaͤngt, am meiſten Schwierigkeit., In Meklenburg, wo man noch unbeſchraͤnkter Herr der Feldmark war, hat man die Doͤrfer haͤufig ausgebauet, und ihnen ihre Felder da angewieſen, wo ſie der Einrichtung des Hoffeldes nicht entgegen waren. Wo der Gutsherr das Eigenthum der Bauerlaͤnderey verloren hat, ohne daß eine den Ackerbau beguͤnſtigende Geſetzgebung das Zuſammenlegen und Austauſchen der Laͤn⸗ dereyen verſtattet, muß man ſich durch manche Schwierigkeiten hindurchwinden.

§. 344.

Iſt der Boden ſo abwechſelnd verſchieden, daß man ihn in einer Rotation nicht zweckmaͤßig benutzen kann, ſo muß man mehrere Rotationen machen, und in dem Falle iſt doch mehr auf die Gleichheit des Bodens, als auf die Oertlichkeit der Schlaͤge zu ſehn. Da kommen dann, ſo wie ſich der Boden aͤndert, die Koppeln verſchiedener Rotationen untereinander zu liegen, und durchkreuzen ſich oft ſonderbar. Eine gute Einrichtung hier zu machen, erfordert am meiſten Ueberlegung, und man muß es bei der Weidewirthſchaft wo moͤglich ſo einrichten, daß die graͤnzenden Koppeln verſchie⸗ dener Rotationen in denſelben Jahren zur Weide zu liegen kommen.

Iſt der Boden eines Gutes haͤuſig abwechſelnd, und dabei von ſolcher Guͤte und Kraft, daß er eine zweckmaͤßige, obgleich ſehr complizirte Bewirthſchaftung reichlich lohnen wuͤrde, ſo muͤſſen ſeine

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Nothwendige Abweichungen von der Regel.

Gräaben und Wege.

Schwierigkei⸗ ten, welche das Bauerfeld oft macht.