Druckschrift 
Über Wirthschafts-Einrichtungen nach den Grundsätzen des Schottischen Ackerbaues mit Berücksichtigung der Landwirthschaftlichen Verhältnisse in England und über Verschönerung ländlicher Besitzungen : Mit vierzig Kupfertafeln unlängst ausgeführte Wirthschafts-Gebäude und Ländliche Verbesserungen darstellend / Von J. L. Laudon. Aus dem Englischen übersetzt von Aloys Prosper Biernacki ... und mit Erläuterungen, Anmerkungen und einer Vorrede versehen von A. Thaer
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ñ%

56

Mehrere an die Ackerfelder anstoſsende Koppeln, mit Kalkboden, sollen zu sechs-

bis siebenjähriger Benutzung mit Esparsette besäet, und dann einige Zeit als Weide

und Ackerland abwechselnd gebraucht werden.

Die Grasländer für eine Merinosheerde bestimmt, sind in 10 Koppeln eingetheilt. Es verbinden sich hier Baummassen aus vorgeschobenen Hecken mit dem umgebenden Gehölze, so künstlich zu einem Ganzen, welches dadurch das Ansehn eines sehr ausge-

dehnten Parks gewinnt.

Das Haus nebst einer neuen Vorfahrt und die sämmtlichen Gärten, zeigt der

Plan; so wie dem Wohnhaus gegenüber, die beabsichtigte Anlage mehrerer Tagelöhner- wohnungen, einer Lankasterschen Schule und einer Kapelle. Tafel XXXII. enthält den Plan der Veränderungen und Anbaue des Hauses. Flur und Blumenhaus sollen durch Dämpfe des Küchenfeuers geheitzt werden. Dadurch wird Brennmaterial erspart und eine Wärme verbreitet, ohne den unangenehmen Dampf und Ruſsstaub des Kaminfeuers. * Des bessern Ansehens wegen und zur Ableitung des Dunstes, Staubes, ferner zur Luft- reinigung, sind Kamine in der Stube angebracht. Die äuſseren Verzierungen des Hauses gleichen denen der alten Burgschlösser, was dem Karakter der Gegend, der Lage und dem Namen entspricht.

2. Wirthschaftsgebäude in Gebirgs-Pachtgütern müssen in geschützten Schluchten stehen, und selten sind hier Hecken oder Feldwege erforderlich. Da sie fast ganz zur Weide bestimmt sind, so ist besonders zu berücksichtigen, daſs auf den unfruchtbarsten Feldern ausgedehnte Pflanzungen angelegt werden, um die kalten Winde abzuhalten und eine mahlerisch-schöne Ansicht zu bewirken,verbindend, in der Sprache des Dich- ters Mason,Hügel mit Hügel, durch reichen Schatten verbreitende, sich weit dahin dehnende Laubgewölbe. Southwick, der Sitz des General Dunlop, in der Grafschaft Dumfries, welches ich, 1804. bis 5., einrichtete, kann bei seiner von Natur romantisch- schönen Lage, als Vorbild eines Gebirgslandsitzes-Parks und einer Gebirgswirthschaft dienen.

3. Die Hauptverbesserungen der Marsch-, Bruch- und Heidebesitzungen, sind durch die Natur des Bodens bedingt, und erfordern nach Umständen Trockenlegung, Ebnung, Rasenbrennen u. dgl. Bei Anlegung der Wege, Hecken und Gebäude sind die Grundsätze, welche für ähnliche Oberfläche anderer Wirthschaften passen, hier anwendbar,

4. Hopfen- und Cyder-Wirthschaften erfordern manche eigenthümliche Einrich- tung in den Gebäuden: als Darren(kilns), Böden, Quetschmühlen u. dgl. Eine Cyder- Farm gewährt einen eigenthümlichen überraschend. angenehmen Eindruck, wie jeder Reisende in den Grafschaften Hereford und Kent empfindet, dennoch kann man eine solche mahlerisch noch sehr verschönern. Hopton Court, 18⁰5. von mir eingerichtet, dem J. Butfield in Herefordshire, gehörig, ist eine gelungene Anlage dieser Art. Die Obst-

bäume sind hier in regelmäſsige Quincunze gepflanzt worden. In der romantischen Be-