Druckschrift 
Über Wirthschafts-Einrichtungen nach den Grundsätzen des Schottischen Ackerbaues mit Berücksichtigung der Landwirthschaftlichen Verhältnisse in England und über Verschönerung ländlicher Besitzungen : Mit vierzig Kupfertafeln unlängst ausgeführte Wirthschafts-Gebäude und Ländliche Verbesserungen darstellend / Von J. L. Laudon. Aus dem Englischen übersetzt von Aloys Prosper Biernacki ... und mit Erläuterungen, Anmerkungen und einer Vorrede versehen von A. Thaer
Entstehung
Einzelbild herunterladen

treideabgängen zu erleichtern. Nächstdem muſs bei der Anordnung berücksichtigt werden, daſs die Wagenschuppen nahe bei den Stallungen liegen, jedoch so, daſs sie einen Ausgang auf den Viehhof haben, wo das Vieh los umhergeht. Dann müssen auch

⸗· 4«*.. 2.. die Stallungen so wenig Verbindung als möglich mit dem Strohhof haben, weil bei dem

beständigen Durchgang die Thore offen gelassen werden. Federvieh-Ställe, Kammern . zur Aufhebung der Zuggeschirre, Ackerwerkzeuge, Zimmerholz u. s. w., müssen beson-

ders und in der Nähe der Wohnung des Verwalters sich befinden. Um Feuersgefahr zu

verhüten, muſs das Stroh, und aus andern einleuchtenden Gründen, das los umherge-

hende Vieh von diesen Gebäuden fern g

4 8 t

gehalten werden. Die Scheune und die Getreide-

böden abgerechnet, dürfen die meisten Wirthschaftsgebäude nur einen Stock hoch seyn.

[Einzelne Anordnungen.] Nachdem ich die verschiedenen, zum Wirthschaftshof gehörigen Gebäude bezeichnet habe, komme ich nun auf ihre zweckmäſsige Einrichtung und Beschaffenheit.

[Die Soheune. Die Scheune hat zwei Flure, wie solches die Fig. 1. Kpfrt. VI. befindliche Längen-Profilzeichnung ergiebt.

Die Karren bringen das ungedroschene Getreide auf dem sanft ansteigenden Wege V

vom Feimenhof auf die Tenne, die breit genug ist um das Umdrehen der Karren vor

;

dem Abladen zu gestatten, wodurch das gebundene Getreide vor dem Brette Littera a

(Fig. 2. Kpfrt. VI.), auf welchem man es der Maschine vorlegt, abgeladen werden kann. Die Tenne, worauf die ausgedroschenen Körner fallen, liegt theils unter der, wo das ungedroschene Getreide abgeladen wird, theils unter dem Kornboden, wie dieses aus

der Vergleichung der Fig. I., 2. und 3. Kpfrt. VI. zu ersehen ist.

,

[Die Maschine.!] Die Maschine ist nach Meikle's Grundsätzen erbaut, und von

denen bis jetzt bekannten bei weitem die beste, und von der vielseitigsten Brauchbar-

keit in der Wirthschaft. Sie knickt zwar das Stroh ein wenig, drischt aber sehr rein aus und geräth nicht leicht in Unordnung. Es giebt andere Maschinen zum Dreschen des ungebundenen Getreides, die zweckmäſsig für Gegenden sind, wo der Hafer und die Gerste meistentheils gehauen werden, und Lister's Maschine ist, so weit ich sie

kenne, unter Umständen, wo es von besonderem Nutzen ist, das Streustroh ungebrochen

zu erhalten, die beste*).

Die letzt gedachten Maschinen dreschen jedoch das Korn nicht viel wohlfeiler, b ene

als geschähe es mit der Hand, was auch von den meisten andern gilt, die Meikleschen

1

8 men. au genom 6 ſoiler

Die Zusammensetzung der in Tew Lodge aufgestellten Maschine ist aus Fig. 4. und 5. Kpfrt. VI. zu entnehmen. Es kam darauf an, die Anlage dem sehr kleinen Was-

sergefälle anzupassen, und den Wirthschaftshof immitten der Besitzung in ebner Lage

anzubringen. Der Plan ward durch einen recht geschickten Mühlenbauer aus Edingburgh

*) Die beste dieser Art ist von der Erfindung des Forrest aus Shiffnal. Vrf.

õõjy E