Druckschrift 
Über Wirthschafts-Einrichtungen nach den Grundsätzen des Schottischen Ackerbaues mit Berücksichtigung der Landwirthschaftlichen Verhältnisse in England und über Verschönerung ländlicher Besitzungen : Mit vierzig Kupfertafeln unlängst ausgeführte Wirthschafts-Gebäude und Ländliche Verbesserungen darstellend / Von J. L. Laudon. Aus dem Englischen übersetzt von Aloys Prosper Biernacki ... und mit Erläuterungen, Anmerkungen und einer Vorrede versehen von A. Thaer
Entstehung
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vIII

Kunstwerke gelten in England nicht mehr, als bei uns die Recensionen der Schriftsteller und die Danksagungsschreiben an Charlatans, welche gegen die Gebühr in unsere Zeitungen eingerückt werden. Jedoch ist es in England eine edle Maxime der Reichen und Vor- nehmen, ein solches Kunstwerk, was in ihr Fach schlägt, zu kaufen, falls die Erfindung nur genialisch oder gefällig ist; wenn sie gleich wissen, daſs sie solches nicht brauchen können. Bücher, die nur prachtvoll gedruckt und mit vielen Kupfern versehen, deshalo recht theuer sind, finden starken Absatz; denn viele kaufen sie, nicht um sie zu benutzen, sondern in ihrer Bibliothek aufzustellen: es ist fashionable sie zu besitzen. Voraus-

gesetzt, daſs sie original-englisch sind, denn auswärtige Werke von vollendeter Schön-

heit, wie die Humboldschen und Hofmanseggschen finden dort wenig Absatz. Etwas mehr von diesem Sinn wäre uns wohl zu wünschen, denn bald wird man nur für die Toilette erfinden und für die Lesezirkel schreiben missen.

Zu den Werken, welche in Britannien vielen Beifall und Absatz gefunden haben, ge- hört das vorliegende; obgleich dem Verfasser Schottischer Eigendünkel und Prahlerei von den Engländern vorgeworfen wird. Neue Erfindungen und Methoden sind nicht darin, aber viele Ideen, die bei der An- und Auslegung von Landgütern auf zweckmälſsige, fruchtbare und schöne Einrichtungen führen können. Deshalb kann ich es allen Gutsherren nicht bloſs zum einmahligen Durchlesen, sondern zur häufigen Ansicht der Kupfertafeln empfehlen, weil ich glaube, daſs diese manche Idee bei ihnen erwecken, und früher gefaſste ausbilden werden, die nach ihrer Oertlichkeit vortheilhaft und erfreulich auszuführen sind. Auch wird man darin eine annehmliche Bestätigung mancher schon bekannter Erfahrungen finden. Ich habe deshalb auf Verlangen des Verlegers nur einige kurze erläuternde Anmerkungen hinzugefügt, gröſstentheils um Miſsverständnissen, die aus Unkenntniſs Brittischer Ver- hältnisse entstehen könnten, vorzubeugen. Die Berechnungen und die Reductionen des Geldes und Maalses auf Preuſsisches, habe ich nicht nachgesehen.

Der, im Verhältniſs der Kupfertafeln, mäſsige Preis, den der Verleger durch einen glücklichen Ankauf der Originalplatten anzusetzen im Stande war, wird dieses Werk von

selbst empfehlen. Möglin, den 299n September 1813.

A. Thaer.