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Die Forstwirthschaft nach rein praktischer Ansicht : so wie sie der Privatforstbesitzer oder Verwalter führen muss, um sie in Verbindung mit der Landwirthschaft am vorteilhaftesten einzurichten ; ein integrirender Theil der allgemeinen Encyklopädie der gesammten Land- und Hauswirthschaft der Deutschen ; mit einer Kupfertafel / dargest. von W. Pfeil
Entstehung
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1. Abſchn. Kenntniß der Forſtgewaͤchſe.

einem ſehr ſchönen Anſehen, ſie zu einem vortrefflichen Alleen⸗ baum geeignet machen, wo man ihr paſſenden Boden geben kann. Als Kopfholz läßt ſie ſich jedoch nicht gut behandeln, da ſie nicht ausdauert, und ſelbſt als Schneidelholz giebt ſie nur ge⸗ ringen Ertrag, obwohl ihr Laub als Futter gut zu benutzen iſt.

Im geſchloſſenen Walde ſtellt ſie ſich in reinen Beſtänden etwas licht, was man weniger bemerkt, wo ſie unter anderen Hölzern vermiſcht ſteht. Ihr Holz iſt als Brennholz dem Bu⸗ chen ziemlich gleich, hat geſpalten und gut ausgetrocknet län⸗ gere Dauer, und nur Reisholz und Knüppelholz muß bald ver⸗ ſilbert werden. Der Stockholzertrag iſt geringer, als bey andern Holzgattungen, z. B. der Eiche, da ihre fein geäſtelten, weit verbreiteten Wurzeln ſelten rein gerodet werden können. Das Holz wird von vielen Gewerben geſucht, da es feſt iſt und eine ſchöne Tertur hat; vorzüglich verarbeiten es aber Wagner, Tiſch⸗ ler und Rudermacher. Von letztern werden glatte, ſpaltige Klötze von 27 his 30 Fuß Länge, 18 bis 27 Zoll Starke, ſehr hoch be⸗ zahlt, da ſie die ſchoͤnſten und feſteſten Stromruder geben. Man würde dieſen ſchönen Baum gewiß häufiger finden, wenn er nicht ſo ſehr der Beſchädigung durch Wild und Vieh, und ſelbſt von Maͤuſen ausgeſetzt wäre. Auch vom Graswuchſe lei⸗ den die jungen Pflänzchen ſehr, da der Same gewöhnlich ein Jahr über liegt, eben ſo wie ſie keinen dichten Schatten ertra⸗ gen und gegen die Spätfröſte empfindlich ſind. Am ſicherſten erzieht man ſie in Pflanzkämpen, und pflanzt ſie dann unterge⸗ miſcht unter andere Hölzer aus.

6. Die Linde, ilia. a) die Sommerlinde, T. europaea: b) die Winterlinde, T. cordata.

In Hinſicht des Standortes, der Erziehung und Benutzung ſind beide Arten ſo wenig verſchieden, daß das Folgende für beide zugleich gelten kann. Sie zieht Ebenen den Bergen vor, gedeihet am beſten im friſchen, eher feuchten als trocknen humusreichen Sandboden, jedoch auch in Lehmboden, wenn er nur nicht zu ſtreng und bindend iſt; ſelbſt auf ziemlich armem und trocknem Sandboden iſt ſie noch zu ziehen, obwohl ſie dann ſehr im Wuchſe zur ückbleibt. Nur ſelten findet man ſie im ſüd⸗ lichen Deutſchlande in geſchloſſenen reinen Waldbeſtänden, und dann in der Regel als Schlagholz, in nördlichen Gegenden, nach Preußen, Polen, Rußland hin, koömmt ſie in weit größerer Aus⸗ dehnung vor. Die Linde würde nicht zu reinen Hochwaldbeſtän⸗ den zu empfehlen ſeyn, da ihre Verjüngung durch Beſamungs⸗ ſchlage ſchwierig, ihr Holz als Brennholz ſchlecht, als Nutzholz nicht in großer Menge abzufetzen iſt, ſelbſt ein lichter Stand im höhern Alter nicht das Volumen giebt, welches man nach ihrem raſchen Wuchſe erwarten zu können ſcheint. Sie erhält ihre Ausſchlagsfähigkeit ſehr lange am Stamme und treibt auch viel zu Baumholz taugliche Wurzelbrut, woraus man nöͤthi⸗ genfalls ſo viel ſtärkere Stämme ziehen kann, als ſich zu Nuß⸗ holz abſetzen laſſen. Schon mit einem Alter von 60 bis 80 Jah⸗

ren erreicht ſie die Stärke, daß ſie zu Tiſchler⸗, Schnitz⸗ und

Drechslerholz verarbeitet werden kann; ſie länger ſtehen zu laſ⸗ ſen, würde unvortheilhaft ſeyn, weil ſie nicht bloß dann im ra⸗ ſchen Wachsthume ſehr nachläßt, ſondern auch ihr Holz an Weiße