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Die Forstwirthschaft nach rein praktischer Ansicht : so wie sie der Privatforstbesitzer oder Verwalter führen muss, um sie in Verbindung mit der Landwirthschaft am vorteilhaftesten einzurichten ; ein integrirender Theil der allgemeinen Encyklopädie der gesammten Land- und Hauswirthschaft der Deutschen ; mit einer Kupfertafel / dargest. von W. Pfeil
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1. Abſchn. Kenntniß der Forſtgewaͤchſe. 19)

Die aus Samen erwachſenen Stämme fangen in der Re⸗ gel erſt im geſchloſſenen Beſtande mit etwa 80 Jahren an, Sa⸗ men zu tragen; weßhalb der Hochwald, welcher nothwendig durch natürliche Beſamung erzeugt werden muß, auch keinen kürzern Umtrieb erhalten kann, Bey Stockloden und einzelnen Stämmen tritt die Periode früher, oft ſchon mit 50 Jahren ein. Da ſie in der Jugend Schatten und Schutz vom alten Holze be⸗ darf, ſo iſt ſie weder durch Saat, noch Pflanzung im Freyen gut fortzubringen; durch letztere wenigſtens nur, wenn die

flanzſtämme ſchon hinreichend an einen freyen Stand gewöhnt ſind. Die Saat müßte immer in ziemlich dichtem Schatten an⸗ derer Bäume, um dieſe als Schutzbäume zu benutzen, gemacht werden.

Ihr Holz iſt ein vortreffliches Brennholz, welches, da es von den herrſchenden, in großer Menge vorkommenden Holzgat⸗ tungen als das beſte angeſehen werden kann, gewöhnlich zum Maßſtabe der Brenngüte der übrigen angewendet wird. Wegen ſeiner Feſtigkeit wird es zu Schirr⸗, Wagner⸗ und Maſchinen⸗ holz vielfach benutzt, und giebt, da es ſehr ſpaltig iſt, auch mancherley Spaltwaaren. Nur im Waſſer, und wenn es ſtets

von dieſem bedeckt iſt, hat es große Dauer; als Landbauholz

wendet man es in der Regel nicht an, weil es weder dem Wurmfraße im Trocknen, noch der abwechſelnden Witterung wi⸗ derſteht. Der Cubikfuß grün wiegt 65 Pfund, bey gewöhnlicher Trockenheit, wie ſie das Holz im Walde erlangt, 50 Pfund.

Die Früchte werden zur Maſt für Schwarzvieh und Schafe benutzt, geben bey guter Behandlung aber auch ein vortreffliches Speiſeöl. Das Laub getrocknet iſt bey ſeiner Härte nur ein ſchlechtes Schaf⸗ und Ziegenfutter. Streurechen erträgt die Buche gar nicht, da ſie viele Saugwurzeln in die obere Boden⸗ ſchicht ſchickt, die dann abſterben, und das Kümmern ſelbſt den Tod des Baumes herbeyführt, der eine ſtarke Humusſchicht auch bey der Verjüngung des Waldes nicht entbehren kann.

Mäuſe, Wildpret und Hutung können als die größten Feinde der Buche angeſehen werden, da ſie die erſten am Stamme be⸗ ſchälen, ſelbſt abfreſſen, das Wild und Vieh ſie verbeißen. Doch erholen ſich die verbiſſenen Pflanzen gewöhnlich wieder, wenn ſie Schutz und Ruhe erhalten. Froſt, Dürre und Hite ſind vor⸗ züglich den jungen Pflanzen oft verderblich. Am meyhrſten lei⸗ den jedoch die Buchenwälder gewöhnlich unter dem unvorſichti⸗ gen Entblößen des Bodens, theils indem lichte Stellen gehauen werden, theils indem man nicht aufmerkſam genug iſt, den Bo⸗ den mit einer hinreichenden Humusſchicht bedeckt zu erhalten.

3. Der Ahorn, Acer. a) Der gemeine Ahorn, Acer pseu- doplatanus; b) der Spitzahorn, Acer platanoides; c) der kleine deutſche Spitzahorn(Maßholder, Maſſeller), Acer campestre.

Dieſe Holzgattung findet ſich nicht in reinen geſchloſſenen Beſtanden herrſchend in irgend einer Ausdehnung vor, ſondern nur unter andere Laubhölzer untergeſprengt. Sie ſcheint auch einen geſchloſſenen Stand unter ſich nicht zu ertragen, ſondern den einzelnen zu verlangen. Der gemeine deutſche und Spitz⸗ ahorn ſind gewöhnlich in Buchenwäͤlder eingeſprengt, und lie⸗

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