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Praktischer Unterricht in Wiesen-Wässerungs-Anlagen : ... mit Vorausschickung der Lehre im Nivelliren, in Absicht auf Wiesen-Wässerung ; nebst 86 erläuternden Zeichnungen / Von Robert Wehner ...
Entstehung
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ſtand. Die Ausgade iſt gar nicht ſo groß, als man anzunehmen pflegt. Man wähle dazu einen tüchtigen Arbeiter, der auf dem Baue ſelbſt be⸗ ſchäftigt war, gebe ihm das ganze Jahr hindurch das übliche Tagelohn, und als Entſchädigung für die Zeit, die er außer den gebräuchlichen Ar⸗ beitsſtunden beſchäftigt iſt, ein mäßiges Deputat und etwa noch Woh⸗ nungsmiethe. Iſt der zu verſorgende Wieſenraum zu klein, um einen Mann fortwährend in Anſpruch zu nehmen; ſo i*ſt derſelbe zu verpflich⸗ ten, zu Zeiten, wo die Wieſe ſeiner Gegenwart nicht bedarf, ſich anderer Verrichtungen zu unterziehen.

Bei der Berieſelung ſind 200 Morgen hinreichenb, den Wäãſſe⸗ rungsmeiſter bis auf die Zeit, wo die Fluren mit Schnee bedeckt ſind, beſtändig thätig zu erhalten. Mehr kann aber auch ein Mann nicht gut verſorgen; es iſt bei noch größeren Flächen für jeden Diſtrikt von ſo viel Morgen ein beſonderer anzuſtellen.

Bei Ueberſtauungswieſen kann die Beaufſichtigung für den einzel⸗ nen weiter ausgedehnt werden.

Im Herbſt ſind dem Wieſenwärter zu Ausräumung und Renovi⸗ rung der Gräben ſo viel Arbeitsleute beizugeben, als die möglichſt ſchnelle Vollziehung dieſes Geſchäfts erfordert, um die erſte Wäſſerung früh be⸗ ginnen zu können.

Von dem Wieſenwaͤrter wird verlangt: beſonderer Fleiß, vorzüg⸗ liche Beobachtung und Beſorgung Alles deſſen, was das Gedeihen, die Sicherheit und den Schutz der Wieſen bewirkt und befördert, unermüd⸗ liche Wachſamkeit auf die Erhaltung der baulichen Einrichtung. Seine Aufſicht und Thätigkeit auf der Wieſe dehnt ſich auf jede Zeit aus, ſo oft es nur das Wohl derſelben erfordert. Es machen hierin, nament⸗ lich zur Wäſſerungszeit, weder der frühe Morgen noch der ſpäte Abend, noch die bei Tagelöhnern üblichen Freiſtunden und die Sonn⸗ und Feier⸗ tage eine Ausnahme.

Die allgemeinen Wäſſerungsregeln müſſen dem Wärter wohl be⸗ kannt ſein, und von ihm ſo weit als möglich in Anwendung gebracht werden. Aufmerkſam hat er die einzelnen Erfolge auf den verſchiedenen Theilen ſeiner Wieſe zu beobachten, um ſich aus eigenen Erfahrungen einen vollſtändigen und ſpeciellen Commentar für die Eigenthümlichkei⸗ ten derſelben zu verſchaffen.

Alle Beſchädigungen muß der Wärter ſelbſt wieder unverzüglich, ſo viel in ſeinen Kräften ſteht, ausbeſſern; von den Verletzungen der