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Praktischer Unterricht in Wiesen-Wässerungs-Anlagen : ... mit Vorausschickung der Lehre im Nivelliren, in Absicht auf Wiesen-Wässerung ; nebst 86 erläuternden Zeichnungen / Von Robert Wehner ...
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die fuͤr ſein eigenes und das allgemeine Wohl zu löſende Aufgabe des Oekonomen iſt, aus der von ihm zu bewirthſchaftenden Fläche Landes den möglichſt größten Fruchtertrag zu erziehen, und der Zuſtand der Wieſen von ſo großem Einfluſſe auf die Landwirthſchaft iſt; ſo muß der Oekonom die Verbeſſerung dieſes Zweiges vor Allem ins Auge faſſen, und darnach ſtreben, die Kultur ſeiner Wieſen auf einen möglichſt hohen Grad von Vollkommenheit zu bringen.

§. 3. Gegenwärtige Stufe der Wieſenkultur Hemmniſſe des allgemeinen Aufſchwunges.

Noch ſind nicht viele Beiſpiele dieſes Strebens, am wenigſten bei den kleinern Landwirthen und dem Bauernſtande, ſichtbar; vielmehr un⸗ zählige Spuren gänzlicher Vernachläßigung der Wieſenfluren. Urſache iſt auf der einen Seite, Unkenntniß des ſicherſten und kürzeſten Weges zu einer ausdauernden Melioration, auf der andern Seite unbegränzte Anhänglichkeit an dem Alten und Herkömmlichen, verbunden mit unbe⸗ ſiegbaren Vorurtheilen gegen alles Neue, wenn auch Beſſere. Sehen wir vorzugsweiſe auf die Verbeſſerung der Wieſen durch Bewäſſerung; ſo begegnen unſerem Auge andere, äußere, von dem Einzelnen zur Zeit ſchwer oder gar nicht zu beſiegende Hinderniſſe, die den allgemeinen Aufſchwung dieſer Kultur unmöglich machen. Es ſind vornehmlich die Einſprüche derer, welchen das für die Wieſenfluren zu benützende Waſſer zeither durch Privilegien für ihre Gewerke zugeſichert war und noch iſt und dann der Mangel an Vereinigung zur gemeinſchaftlichen Sache. Mancher Grundbeſitzer, der neben guter Gelegenheit zur Wieſenbewäſſe⸗ rung, den Willen und die finanziellen Kräfte dazu hat, ſieht an dem Einſpruch eines Müllers, der ſich, oft ohne Grund und nur aus Eigen⸗ ſinn, weil ihn alte Obſervanz als alleinigen Eigenthümer des Waſſers angiebt, dadurch als in ſeinem Gewerbe beeinträchtigt beklagt, die folgewichtige Ausführung ſeiner Pläne ſcheitern. Einem Anderen, in gleichem Falle, tritt ein unfreundlicher Nachbar entgegen, der weder in die für ihn ſelbſt vortheilhaften Unternehmungen gemeinſchaftlich einge⸗ hen, noch gegen hinreichende Entſchädigung jenem das Recht laſſen will, auf dem angrenzenden Grunde, indem es auf dem eigenen unmöglich oder unzweckmäßig iſt, die nöthigen Wäſſerungsanſtalten, als: Wehre, Schleu⸗ ſen, Zu⸗ und Ableitungsgräben ꝛc. anzulegen. Klagen gegen dieſe Wider⸗ facher find fruchtlos, denn der Buchſtabe des Geſetzes ſpricht ihnen das

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