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kümmerung, ähnlich wie der früher durch ein ähnliches Moment
hervorgerufene Streit zwiſchen den Gibellinen und Welfen in den ganze Völker, wie die Communen ergreifenden Fehden jene Maſſen von Kräften vergeudet hatte, die ſo der Cultur und den damals mächtig aufſtrebenden wirthſchaftlichen Intereſſen ſchmählich verloren gingen.
Da die Kirche im Mittelalter das ganze Daſein der Völker umſchloſſen hielt, ſo war jeder Kampf gegen ſie ein allge⸗ meiner, und der die Schmälerung der politiſchen Autorität durch die Reaction der dem Alterthum entlehnten Staatsideale führte, da in jener Zeit jede Gewalt geiſtig auf kirchlichem Grunde ruhte, zur Beſtreitung der Kirche.
Die kirchliche Reformation war theilweiſe die Folge dieſer Tendenz. Wie ſehr aber die Einheit der Entwicklung gebrochen war, zeigt, daß in dieſer Zerriſſenheit nicht mehr die inſtitu⸗ tionale Gediegenheit der frühern Zeit, und ſo auch nicht die frühere wirthſchaftliche Blüthe der Städte des Mittelalters gewonnen
wurde. An die Stelle des früheren Aſſociationsweſens trat immer
mehr die ſchädliche Tendenz ſubjectiver Vereinzelung, welche wiſ⸗ ſenſchaftlich aufgefaßt zum politiſchen Rationalismus führte. Wie ſehr bei dem ganzen Proceſſe blos die ſkeptiſch beſtrei⸗
tende Macht waltete, zeigt der Umſtand, daß das neue
Princip der Geſellſchaft keine Geſtaltung aus neuem Guße, ſondern nur die Zerreißung der frühern Geſellſchaft bewirkte.
Ward im Zeitalter der Reformation auch die Bibel zum
Kanon des Rechts und Staats erklärt, ſo war ſie dieſes doch eigentlich nur durch ihre von dem Individuum gegebene Deutung; die Einzelvernunft war an die Stelle des Geiſtes der Kirche getreten, und der Einzelwille erkannte über die Legitimität der ſocialen Zuſtände. Der Rationalismus war zuerſt nega⸗ tiv, ſpäter poſitiv zum Princip geworden, und das Poſitive galt nur inſofern, als es von ihm anerkannt wurde.
Die Verbürgung durch eine höhere Autorität verſchwand. Die geiſtigern Mächte der Geſellſchaft traten zurück, die irdiſchen In⸗ tereſſen vor, die übrigens, von den theologiſchen Streitigkeiten der Zeit abſorbirt, nicht gediehen; dieſe letzteren nahm der Ra⸗
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