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jeder, gewählt wurden; ein durch die Schiedsrichter ernann⸗ ter Obmann ſollte bei Stimmengleichheit entſcheiden.„In Rückſicht auf Sporteln, Gehalte, Mühegebühren und andere Ko⸗ ſten, ſo wie aufalle verſchiedenen Ausflüchteder Chi⸗ cane und alle andern Mißbräuche des Advocaten⸗ ſtandes bei den mündlichen und ſchriftlichen Ver⸗ handlungen, worüber ſich die Klagen allenthalben vernehmen laſſen“), glaubte der König nichts beſſeres thun zu können, als dieſes ganze Detail durch zwoͤlf der geſchäfts⸗ kundigſten Männer erörtern und beſtimmen zu laſſen.“ Sully hätte ſonach zwei Jahrhunderte früher das Geſetzbuch über das Verfahren in bürgerlichen Rechtsſtreitigkeiten verfaſſen laſſen. Heinrich IV. war von dem Wunſche nach dieſen Reformen ſo lebhaft ergriffen, daß an dem Tage, wo Sully ihm das hierüber mit eigener Hand entworfene Programm zuſandte, der König ihn auf der Stelle rufen ließ, um darüber mit einander zu plaudern, und ſobald er ihn ſah, rief er aus:„Man laſſe den Capucinern ſagen, daß man meine Meſſe verſchiebe; denn ich muß mit dieſem Mann da ſprechen, welcher kein Mann nach der Meſſe iſt.“ Der Tod Heinrichs IV. hinderte die Ausführung dieſer Entwürfe, deren meiſte allerdings unausführbar waren, nichts deſto weniger aber den wirthſchaftlichen Gedanken Sully's ausdrückten, ſo wie man ihn in den vollführten Handlungen ſeiner Verwaltung findet. Das Hauptverdienſt dieſes großen Mini⸗ ſters war, die Ordnung in den Finanzen wieder hergeſtellt und ſchon dadurch die Rückkehr oder vielmehr die Schöpfung der we⸗ ſeutlichen Elemente des öffentlichen Wohlſtandes erleichtert zu haben. Sein Kanal von Briare hat in Frankreich die erſte künſt⸗ liche Waſſerſtraße eröffnet, zu welchen er bald auf den Flüſſen die Einführung der öffentlichen Marktſchiffe fügte, wie er auf den Landſtraßen Poſthäuſer mit Pferden für die Reiſenden eingerich⸗ tet hatte. Er hatte Frankreich mit einer Staatsſchuld von 300 Millionen Francs belaſtet vorgefunden, welche gegenwärtig un⸗
*) Nichts iſt in dieſer Beziehung ſeit Sully geändert. Glanaui, Geſchichte d. polit. Oekonomie, 1. Bd. 21


