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Uibersicht der europäischen veredelten Schafzucht. 1
Entstehung
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hält*), ſo iſt der Wollbedarf ſeiner Manufacturen doch ſo groß, daß es noch alljährlich ungeheure Maſſen vom Aus⸗ lande bezieht. Beiläufig geſagt, widerlegt England aber auch aufs ſprechendſte die thörichte Behauptung mancher Unkundigen, die da glauben, eine allzu ſtarke Viehhaltung beſchränke die Erzeugung der menſchlichen Nahrungsmittel. Denn die Bevölkerung in England iſt ſtärker, als die irgend eines europäiſchen Staates; und dennoch erhält es ſich, zum Leidweſen der Landwirthe des Continents, ſchon ſeit vielen Jahren ohne erhebliche Getreide⸗Zufuhren von außen.

Frankreich.

Vergleichen wir die franzöſiſche Schafzucht mit der ſpaniſchen und engliſchen in ihrem frühern Gange: ſo ſteht ſie ohne Zweifel gegen beide ſehr zurück.

Vor der Einführung der Merinos war die Schafzucht in Frankreich eben ſo wenig ein Gegenſtand der beſondern Aufmerkſamkeit und Sorgfalt der Landwirthſchaft und der Regierung, wie in andern Ländern. Ja ſelbſt jetzt noch werden die gemeinen Schafheerden ſo ſchlecht behandelt, daß darüber von dem Wollveredlungsverein zu Paris fortwäh⸗ rende Klagen geführt werden. In der Provence beſtand zwar ein faſt ähnliches Recht für die Schäfereibeſitzer, wie in Spanien, d. h. das Recht, im Sommer auf entfernte Weideplätze mit ihren Heerden wandern zu dürfen. So wie

*) In England kommen auf eine Quadratmeile beinahe 8000 Schafe, dagegen auf dem Continente, da wo die meiſten Schafe ge⸗ halten werden(in Schleſien) noch nicht 3500 Stück auf die Quadratmeile kommen.

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