Druckschrift 
Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Agricultur und Physiologie / von Justus Liebig
Entstehung
Einzelbild herunterladen

3⁵0 Gift, Contagien, Miasmen.

Eine bloße mechaniſche Bewegung, Reibung und Stoß reichen hin, um die Beſtandtheile der fulminirenden Silber⸗ und Queckſilber⸗Verbindungen zu einer Umſetzung, zu einer neuen Ordnung zu bringen, um in einer Flüſſigkeit die Bil⸗ dung von neuen Verbindungen zu veranlaſſen.

Aehnlich wie die Electricität und Wärme auf die Aeuße⸗ rung der chemiſchen Verwandtſchaft einen beſtimmbaren Einfluß äußern, ähnlich wie ſich die Anziehungen, welche Materien zu einander haben, zahlloſen Urſachen unterordnen, die den Zu⸗ ſtand dieſer Materien, die die Richtung ihrer Anziehungen än⸗ dern, auf eine ähnliche Weiſe iſt die Aeußerung der chemiſchen Thätigkeiten in dem lebenden Organismus abhängig von der Lebenskraft.

Die Fähigkeit der Elemente, zu den eigenthümlichen Ver⸗ bindungen zuſammenzutreten, welche in Pflanzen und Thieren erzeugt werden, dieſe Fähigkeit war chemiſche Verwandtſchaft, aber die Urſache, welche ſie hinderte, ſich nach dem Grade der Anziehung, die ſie unter anderen Bedingungen zu einander ha⸗ ben, mit einander ſich zu vereinigen; die Urſache alſo, die ihre eigenthümliche Ordnung und Form in dem Körper be⸗ dingte, dieß war die Lebenskraft.

Nach der Hinwegnahme, mit dem Aufhören der Bedingung ihrer Entſtehung, der Urſache, die ihr Zuſammentreten beherrſchte, mit dem Verlöſchen der Lebensthätigkeit behaupten die meiſten organiſchen Atome ihren Zuſtand, ihre Form und Beſchaffen⸗ heit nur in Folge des Beharrungsvermögens; ein großes um⸗ faſſendes Naturgeſetz beweißt, daß die Materie in ſich ſelbſt keine Selbſtthätigkeit beſitzt; ein in Bewegung geſetzter Körper verliert ſeine Bewegung nur durch einen Widerſtand; es muß auf jeden ruhenden Körper eine äußere Urſache einwirken, wenn er ſich bewegen, wenn er irgend eine Thätigkeit darbieten ſoll.

zuſar ſch rade wen gege Actie Thei die! Zuſte Beſto daß

ordn cem Stör duct verei gege entge