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Die organische Chemie in ihrer Anwendung auf Agricultur und Physiologie / von Justus Liebig
Entstehung
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ige Me⸗ e gegen⸗ zuſam⸗

bittere, gandtheil gelößten Gegen⸗ indet es ſich jest mandel⸗ dzen, die den wa⸗ lche den aben und daß die Tandlung zwſäure⸗ nper, der ſg giebt, aus der an Man⸗ wgdalin

iebt der tspreſſen maack, in Subſtanz 41 Waſſer Sges Oel 2 rührung

Gift, Contagien, Miasmen. 347

mit Waſſer, mit Alkohol behandelt wird, ſo erhält man aus dem Rückſtande kein flüchtiges Oel mehr; in dem Alkohol fin⸗ det ſich eine kryſtalliniſche Materie, das Sinapin, und mehrere andere nicht ſcharfe Körper, durch deren Contact mit Waſſer und dem eiweißartigen Beſtandtheil des Samens das flüch⸗ tige Oel gebildet wurde.

Körper, welche die anorganiſche Chemie abſolut indifferent nennt, indem ſie keinen hervorſtechenden chemiſchen Character beſitzen, bringen, wie dieſe Beiſpiele ergeben, bei ihrem Con⸗ tact mit einander eine gegenſeitige Zerſetzung hervor; ihre Be⸗ ſtandtheile ordnen ſich auf eine eigenthümliche Weiſe zu neuen Verbindungen; ein complexes Atom zerfällt in zwei oder meh⸗ rere minder complexe durch eine bloße Störung in der An⸗ ziehung ſeiner Elemente.

Ein gewiſſer Zuſtand in der Beſchaffenheit der weißen, dem geronnenen Eiweiß ähnlichen Beſtandtheile der Mandeln und des Senfs iſt eine Bedingung ihrer Wirkſamkeit auf Amygdalin und auf die Beſtandtheile des Senfs, woraus ſich das flüchtige ſcharfe Oel bildet.

Werfen wir zerriebene und geſchälte ſüße Mandeln in ſiedendes Waſſer, behandeln wir ſie mit kochendem Weingeiſt oder mit Mineralſäuren, bringen wir ſie mit Queckſilberſalzen in Berührung, ſo wird ihr Vermögen, in dem Amygdalin eine Zerſetzung zu bewirken, völlig vernichtet. Das Synaptas iſt ein ſtickſtoffreicher Körper, welcher ſich, im Waſſer gelöſt, nicht aufbewahren läßt; ſehr raſch trübt ſich die Auflöſung, ſetzt einen weißen Niederſchlag ab und nimmt einen Fäulnißge⸗ ruch an.

Es iſt ausnehmend wahrſcheinlich, daß der eigenthümliche Zuſtand der Umſetzung der Beſtandtheile des im Waſſer ge⸗ lößten Synaptas die Urſache der Zerſetzung des Amygdalins,