338 Gift, Contagien, Miasmen.
ſer Erreger in Folge der Metamorphoſe vorhandener Stoffe voraus; wenn ſie fehlen, kann keine Anſteckung erfolgen. Die Krankheitsform heißt gutartig, wenn die Metamorphoſen zweier für das Leben unweſentlicher Beſtandtheile des Körpers ſich neben einander vollenden, ohne daß andere an der Zer⸗ ſetzung Antheil nehmen; ſie heißt bösartig, wenn ſie ſich auf Organe fortpflanzt, wenn dieſe daran Antheil nehmen.
Ein Stoffwechſel im Blute, ein Uebergang ſeiner Beſtand⸗ theile zu Fett, Muskelfaſer, Nerven⸗, Gehirnſubſtanz, zu Kno⸗ chen, Haaren ꝛc., eine Metamorphoſe von Nahrungsſtoff in Blut, ohne gleichzeitige Bildung von neuen Verbindungen, welche durch die Organe der Seeretion wieder aus dem Kör⸗ per entfernt werden, iſt nicht denkbar.
In einem erwachſenen Menſchen ſind dieſe Secretionen von wenig wechſelnder Beſchaffenheit und Quantität; alle ſeine Theile ſind völlig ausgebildet, was er aufnimmt, dient nicht zur Vermehrung ſeiner Maſſe, ſondern lediglich nur zum Er⸗ ſatz des verbrauchten Stoffs, denn jede Bewegung, jede Kraft⸗ äußerung, jede organiſche Thätigkeit wird bedingt durch Stoff⸗ wechſel, durch eine neue Form, welche ſeine Beſtandtheile an⸗ nehmen*).
In dem kindlichen Alter kommt zu dieſer normalen Thä⸗ tigkeit der Erhaltung eine abnorme Thätigkeit der Zunahme und Vermehrung der Maſſe des Körpers, eines jeden einzel⸗ nen ſeiner Theile; es müſſen in dem jugendlichen Körper eine
*) Die Verſuche von Barruel über die außerordentliche Verſchiedenheit von Gerüchen, die ſich aus Blut entwickeln, dem man etwas Schwe⸗ felſäure zugeſetzt hat, beweiſen jedenfalls die Exiſtenz beſonderer Ma⸗ terien in verſchiedenen Individuen; das Blut eines blonden Menſchen giebt einen andern Geruch, als das eines braunen, das Blut verſchie⸗ dener Thiere weicht in dieſer Beziehung ſehr bemerkbar von dem der
Menſchen ab.
Lebe


