Die Aſſimilation des Kohlenſtoffs.
Exiſtenz der Thiere iſt ausſchließlich an die Gegenwart, an die Entwicklung der Pflanzen gebunden.
Die Pflanze liefert nicht allein dem thieriſchen Organis⸗ mus in ihren Organen die Mittel zur Nahrung, zur Erneue⸗ rung und Vermehrung ſeiner Maſſe, ſie entfernt nicht nur aus der Atmoſphäre die ſchädlichen Stoffe, die ſeine Exiſtenz gefährden, ſondern ſie iſt es auch allein, welche den höheren organiſchen Lebensproceß, die Reſpiration, mit der ihr unent⸗ behrlichen Nahrung verſieht; ſie iſt eine unverſiegbare Quelle des reinſten und friſcheſten Sauerſtoffgaſes, ſie erſetzt der Atmo⸗ ſphäre in jedem Momente was ſie verlor.
Alle übrigen Verhältniſſe gleich geſetzt, athmen die Thiere Kohlenſtoff aus, die Pflanzen athmen ihn ein, das Medium, in dem es geſchieht, die Luft, kann in ihrer Zuſammenſetzung nicht geändert werden.
Iſt nun, kann man fragen, der dem Anſchein nach ſo ge⸗ ringe Kohlenſäuregehalt der Luft ein Gehalt, der dem Ge⸗ wicht nach nur 110 p. c. beträgt, überhaupt nur genügend, um den Bedarf der ganzen Vegetation auf der Oberfläche der Erde zu befriedigen, iſt es möglich, daß dieſer Kohlenſtoff aus der Luft ſtammt?—
Dieſe Frage iſt unter allen am leichteſten zu beantworten. Man weiß, daß auf jedem Quadratſuß der Oberfläche der Erde eine Luftſäule ruht, welche 2216,66 Pfd. wiegt; man kennt den Durchmeſſer und damit die Oberfläche der Erde; man kann mit der größten Genauigkeit das Gewicht der Atmoſphäre berechnen; der tauſendſte Theil dieſes Gewichts iſt Kohlenſäure, welche etwas über 27 p. c. Kohlenſtoff enthält. Aus dieſer Berechnung ergiebt ſich nun, daß die Atmoſphäre 3000 Billio⸗ nen Pfd. Kohlenſtoff enthält, eine Quantität, welche mehr beträgt, als das Gewicht aller Pflanzen, der Stein⸗ und Braunkohlenlager
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