pächter in ganz Deutſchland iſt, der nicht würde mit einem der größeren weſtfäliſchen leibeigenen Colonen tauſchen wollen. Ich ſage dieſes nur nebenher, um den Unkundigen in den weſtfäli⸗ ſchen Colonatverhältniſſen die aͤngſtliche Idee zu benehmen, die ſich anderswo an das Wort Leibeigenthum knüpft.
Die Pachtbedingniſſe ſind allzu verſchieden, als daß ſich etwas darüber ſagen ließe. Nur einer Art von Verpachtung, die in dem weſtlichen Theile des Münſterlandes auf ziemlich mittelmäßigem, und zum Theile auf ſchlechtem Sandboden ſtatt hat, muß ich erwähnen. Ein Hof der Art enthält 80— 100
Morgen. Darunter ſind 27—30 Morgen Ackerland, 4 Morgen
Gartenland, 12 Morgen Graswuchs und Schlagholz, 44 Mor⸗ gen Heideplaggenland, und 6—7 Morgen hochſtämmiger Holz⸗ grund, welchen letztern aber der Verpächter zu eigenem Gebrauche vorbehalt. Der Grasgrund iſt nur ſchlecht. Die Weiden müſſen von Zeit zu Zeit umgebrochen und dann geduͤngt werden. Das Inventarium gehört dem Pächter; von Seiten des Gutsherrn iſt keines in Weſtfalen üblich. Die Pachtabgabe beſteht in der dritten, an gar ſchlechten Orten in der vierten Garbe, einem Jahrgelde von 20— 30 Rthlr., einigen Spanndienſten, Feder⸗ vieh, Eiern, Butter, der Hälfte vom Obſt u. dergl. Da auf dem Acker nichts als Getreide und Buchweizen(Stoppelrüben und Herbſtſpörgel ausgenommen) gezogen werden darf, ſo wird dem Pächter vorab 1— 1 ½ Morgen für Flachs, Klee und Ge⸗ müſe geſtattet.— Der Gutsherr zieht die ihm zuſtehende dritte Garbe ſelbſt aus, die der Pächter einfuüͤhren und dreſchen muß, zu welcher Arbeit der Herr zwar einen Helfer ſtellt, den aber der Pächter zu beköſtigen hat. Das Stroh davon verbleibt dem Pächter, das Korn aber muß er nach dem Hauſe des Gutsherrn. bringen.— Bei größeren Baureparaturen gibt der Päͤchter den Arbeitern die Koſt, und der Gutsherr beſoldet ſie. Die Bau⸗ materialien muß der Erſte unentgeltlich beifahren. Die kleinern Reparaturen liegen dieſem allein ob.— Endlich hat der Bauer alle Staats⸗ und Kirchſpielslaſten von dem ganzen Gut zu entrichten, Einquartirung zu tragen, Holz zu pflanzen und ſolches bis zum dritten Laube zu bringen.
Die Härte dieſer Bedingungen für einen Boden, wie der,
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