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Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 177
wie viel eher wird nicht das Licht in das Zellgewebe der Blaͤtter und Stengel der kraͤuterartigen Pflanzen drin⸗ gen und ſich mit ihm verbinden?
Ich machte mir aber Hofnung, noch weiter zu ge⸗ hen und durch direkte Verſuche darzuthun, daß das Licht durch die Rinde der Baͤume auf das Zellgewebe wirke, und daß davon ſeine gruͤne Farbe herruͤhre. Ich ſchaͤlte da⸗ her von einem Aſte des gemeinen Hollunders(Sam- bucus nigra Linn. Le Sureau) ein Stuͤck Rinde ab. Ich waͤhlte dieſe Rinde um deswegen dazu, weil ſie ziemlich duͤnne iſt. So friſch legte ich ſie auf ein Stuͤck Berbe⸗ risbeerholz, uͤber das ich noch ein Stuͤck von ſeiner Rinde legte, aber dieſe Rinde verminderte die Wirkung des Lichts auf das Holz betraͤchtlich; denn nach ziemlich lan⸗ ger Zeit konnte ich mit ziemlicher Muͤhe einige Veraͤnde⸗ rung an dem bedekten Holze wahrnehmen, indes war ſie doch merklich, weil die Riaden ein ſehr lockeres Gewebe haben, doch mußte dieſe Veraͤnderung auch ſehr geringe ſeyn; weil 1) das Licht im Verhaͤltniß der Hinderniſſe, die es in der Rinde antraf, nur ſehr kurze Zeit wirkte; 2) die Rinde nicht vollkommen feſt am Holze anlag; 3) ſie feucht war, und wir wiſſen, daß die Feuchtigkeit den Veraͤnderungen, welche die Farbe der Hoͤlzer vom Ein⸗ fluſſe des Lichts leidet, ſchadet; 4) das Zellgewebe viel zarter, als das Holz, folglich der Einwirkung des lichts faͤhiger iſt; 5) die Rinde, da ſie gruͤn war, das Licht verbinden und eine zu kleine Quantitaͤt durchfallen laſſen konnte; die gruͤnen Blaͤtter aber verbinden es immer eine Zeitlang, wenn ſie gleich abgeſchnitten ſind. Wenn end⸗ lich die gruͤne Farbe des Zellgewebes, in denen des Lichts beraubten Zweigen ſich erhaͤlt, ſo ruͤhrt dies davon her, weil die einmal erzeugte gruͤne Farbe im Zellgewebe ſo wenig verſchwindet, als in den Blaͤttern; auf der andern Seite aber haben alle Aeſte oder Zweige, die im Finſtern
Senebier 2. Th.
— y——öö
vegetirt
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