14 Zweite Abhandlung.
von der fixen Luft mit, welche es empfaͤngt, erſetzt alſo diejenige, welche das Waſſer unter der Glocke zur Vege⸗ tation der Grasleder hergiebt. 4 Da mir doch dran lag, dieſe Frage, die mir uͤber die Entſtehung dieſer Grasleder Licht geben ſollte, aufzu⸗ loͤßen, ſo waͤhlte ich eine abgeſchmirgelte Glocke, von der ich glaubte, daß ſie an eine Unterſezſchaale aus Porcellan recht genau anſchloͤße; aber zu meiner großen Verwund⸗ rung ſah ich gleichwohl meine Grasleder unter dieſer Glo⸗ cke wieder zum Vorſchein kommen, zwar ſpater, das iſt allerdings wahr, und auch einige Heit nachher, als der aͤußere Rand der Glocke damit uͤberzogen worden war. Ich bob hierauf die Glocke ab, aber wie groß war mein Erſtaunen und Vergnuͤgen, als ich nicht allein gewahr ward, daß der Boden der Glocke in allen Punkten ge⸗ nau an die Unterſezſchaale angeſchloſſen hatte, ſondern ich auch den weißen Boden des Porcellans mit ſeinem voͤlli⸗ gen Glanze erblickte, und blos an einer kleinen Seelle, wo die Glocke nicht genau angeſchloſſe hatte, ein zartes, ganz duͤnnes, durchſichtiges gruͤnes Gewebe, das mit dem an den Raͤndern der Glocke ſitzenden gruͤnen Ueberzuge zuſammenhing, wahrnahm. Dieſes Nezchen war ſehr zart, und die Grasleder, aus denen es beſtand, ſchienen nicht ſo lebhaft zu ſeyn, als die außen an der Glocke ſitzen⸗ den. Ich ſah alſo deutlich, daß die Grasleder unter der Glocke wegkrochen, um ſich darin zu vermehren, und daß ſie von außen hineinkamen. Da auch bekannt iſt, daß eine einzige Faſer von dieſen Grasledern die reichſte Aerndte gibt; ſo kann man ſich leicht vorſtellen, wie die innere Oberflaͤche meiner Glocke damit hat koͤnnen uͤber⸗ zogen werden. Auch ſah ich noch hieraus, daß das Waſſer außerhalb der Glocke mit jenem innerhalb Ge⸗ meinſchaft halte, und daß die zur Unterhaltung der Ve⸗ getation nothwendige fixe Luft zugleich mit dem Waſſer, — in dem ſie aufgeloͤſt war,— und dem Gewaͤchſe, wel⸗ ches ſie naͤhren ſollte, hineintreten konnte. 2 Nun
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