Teil eines Werkes 
Zweiter Theil (1785)
Entstehung
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Vom Einfluſſe des Sonnenlichts ꝛc. 13

Aber woher ruͤhrt es, daß dieſe Pflanzen unter mei⸗ nen mit Waſſer gefuͤllten und damit geſperrten Glocken zum Vorſchein kommen? Warum vegetiren ſie denn dar⸗ unter ſo ſehr gut? Sie ſind ja doch des unmittelbaren Zutritts der Luft beraubt. Hier erinnere man ſich deſ⸗ ſen, was ich in der vorhergehenden Abhandlung von der Nothwendigkeit der im Waſſer aufgeloͤſten firen Luft zur Vegetation der Pflanzen geſagt, ſo wird man bald be⸗ greifen, daß in Gefaͤßen, die mit Waſſer voll gefuͤllt und mittelſt eines wohleingekuͤtteten Stoͤpſels ſeſt verſchloſſen ſind, dieſe Pflanzen zu Erhaltung ihres Lebens keine an⸗ dre Luft, als die in dem Waſſer, in welchem ſie ſich be⸗ finden, vorhandene fixe, haben koͤnnen. Da aber dieſe Luft nur ſparſam vorhanden iſt, ſich auch nicht verneuern kann; ſo vegetiren auch dieſe Pflanzen nur ſchwach, ent⸗ wickeln ſich in geringer Menge, und ſehen dabei kraͤnk⸗ lich und hinſaͤllig aus. Dies beweiſt, wie geringe die Quelle ihres Lebens iſt. Fuͤllt man aber dieſe Flaſchen ſtatt des gemeinen Waſſers mit abgekochtem oder deſtil⸗ lirten an, und verſtopft ſie ſorgfaͤltig; ſo kann die Vege⸗ tation darin ganz und gar nicht wirken, weil nichts in den Gefaͤßen iſt, was ſie beguͤnſtigt. Oefnet man aber ſolche Flaſchen wieder, damit die aus der Atmoſphaͤre ſich niederſchlagende fixe Luft wieder hineingehen kann; ſo wird auch nach einiger Zeit die Vegetation wieder ſicht⸗ bar werden, und zwar um deſto geſchwinder, je mehr und je eher das Waſſer fixe luft in ſich genommen haben wird.

Unter meinen mit Waſſer angefuͤllten und auch da⸗ mit geſperrten Glocken wachſen dieſe Grasleder lebhaft fort, weil der Boden dieſer Glocken nicht abgerieben oder mit Schmirgel abgeſchliffen iſt. Folglich ſchließen die Boden nicht in allen ihren Punkten genau an die Ober⸗ faͤche der Unterſezſchaale, auf der die Glocken ſtehen, an; alſo hat das in freier Luft ſtehende Waſſer mit dem unter der Glocke Gemeinſchaft, und theilt Letzterm einen Theil

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