8 gZgweeite Abhandlung.
eben da der gruͤne Ueberzug, der das Gefaͤß uͤberkleiden ſoll, anzuzetteln anfaͤngt.
Dieſe Pflanzen haben keine Wurzeln, und naͤhren ſich, indem ſie das Waſſer und die darin vorhandene Luft durch ihre Oberflaͤche einſaugen. Da ſie auch weder Stengel noch Blumen zu haben, noch Fruͤchte zu tragen ſcheinen, ſo folgt hieraus, daß ſie ſich durch Ableger
(bouture) fortpflanzen muͤſſen, wie der Abt Corti dies
von den Gallerten(Tremella) dargethan hat. Die Leich⸗ tigkeit, mit der die Faſern bei einer geringen Bewe⸗ gung des Waſſers zerbrechen, beweiſt das, was die Be⸗ obachtung zeigt, daß naͤmlich dieſe Gewaͤchſe gebildet ſind, ſich auf ſolche Art zu vervielfaͤltigen, und daß bei dieſem Grasleder, ſo wie bei den Gallerten, die erzeugen⸗ den Faſern ſich ohne Zweifel ſelbſt abloͤſen, wenn ſie ſich in denen zu Vermehrung ihrer Gattung ſchiklichen Um⸗ ſtaͤnden befinden; ſo ſehr weiß die Vorſicht ihre Mittel zur Reproduktion zu vervielfachen. Dieſe Gewaͤchſe moͤchten ſich im Pflanzenreiche fuͤr das halten laſſen, was die Polypen im Thierreiche ſind.
Mir hats geſchienen, daß Waſſer, worin verſchie⸗ dene Materien in Gaͤhrung zu aehen angefangen, dieſen Grasledern nicht zuwider ſei. Ich legte ein Blatt vom Tauſendſchoͤn(Amaranthus, D'Amarante) unter eine zu⸗ gedekte Glocke, das Waſſer bekam davon eine rothe Far⸗ be und auch einen ziemlich heftigen Geruch, gleichwohl waren die an die Glocke anliegenden Stellen mit ſolchem Grasleder uͤberzogen, unter der Glocke ſelbſt war aber gar keins, weil ich ſie beſtaͤndig zugedekt gehalten hatte; hin⸗ gegen unter einer andern ebenfalls mit Waſſer angefuͤllten, Glocke kamen Grasleder nicht ſo geſchwind zum Vorſchein; woraus leicht der Schluß zu machen, daß verdorbenes Waſſer die Entwickelung dieſes Gewaͤchſes beguͤnſtigt.
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