Teil eines Werkes 
Erster Theil (1785)
Entstehung
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232 Erſte Abhandlung.

dung der firen Luft in den vegetirenden Pflanzen beguͤn⸗ ſtigen und die Luft erneuern, um den Niederſchlag die⸗ ſer zur Vegetasion ſo nothwendigen fixen uft zu befoͤr⸗ dern; denn dieſe muß erſchoͤpft werden, weil die reine Luft darin vermindert wird. Wenn die Pflanzen in den Gewaͤchshaͤuſern kraͤnkeln, ſo ruͤhrt dies davon her, weil man ihnen dieſe Mittel zur Erhaltung ihres Le⸗ bens zu ſparſam zutheilt. Doch laßt uns hier ſtill ſtehen und einen Theil von dieſer Kette der Weſen be⸗ wundern, die alle Dinge miteinander verbindet und aus ihrer unzaͤhlbaren Menge ein Einziges Ganzes, die Welt, bildet. Die Mittel zur Verderbnis der Luft waren unvermeidlich, aber auch eben dieſe Mittel tra⸗ gen zu ihrer Reinigung bei, und werden fuͤr Pflanzen und Thiere, denen ſie Gefahr drohen, zur Quelle des Lebens. Sonach iſt die Erhaltung der Welt die Frucht der Zerſtoͤrung ihrer Theile. Sonach wird nichts ver⸗ nichtet, ſondern alles veraͤndert blos ſeine Geſtalt. Hier bleibe ich ſtehen und weide mich an der Gluͤckſe⸗ ligkeit, die mir der Alte der Tage darbietet, die Tie⸗ fen Seiner Weisheit und Guͤte zu preiſen, die wohl⸗ thaͤrigen Abſichten, die Er mit mir hat, zu erforſchen, damit ich ſie erfuͤllen moͤge, Ihm meinen Dank durch mein Lob zu opfern, und durch mein Beſtreben, Ihn nachzuahmen, Ihm davon Beweiſe darzubringen und Lobgeſaͤnge zu Seiner Ehre anzuſtimmen. Doch keiner vermag Ihm zu gefallen, als der Gerechte, deſſen reines Herz iſt allein wuͤrdig, Ihm darge⸗ bracht zu werden, deſſen reine Lippen vermoͤgen allein Seinen Namen auf eine Ihm wohlgefallige Art zu nennen, und deſſen durch die Erhabenheit ihres Gegen⸗ ſtandes veredelte Empfindungen koͤnnen allein eine Be⸗ redſamkeit haben, die faͤhig iſt, jenen großen Gott zu preiſen, der ſelbſt die Herzen der Seraphim kalt finden wuͤrde, waͤre Er nicht das Beſte aller Weſen, ſo wie Er das Einzig Vollkommene iſt.

Ende des erſten Tbeils⸗