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ſelbſt zu ſorgen, er kann und darf dieſe große Laſt ſeinen Nebenmenſchen nicht aufbuͤrden. Auf dieſen kann daher un— moͤglich die rechtliche Chie und da bey beſondern Fallen viel⸗ leicht einmal eine blos ethiſche) Pflicht ruhen, dieſe ſchwere Buͤrde zu tragen. Iſt das aber richtig; ſo kann unmoͤglich die Geſammtheit einer Nation dem Staatsoberhaupte weder die Pflicht noch das Recht uͤbertragen, fuͤr die Eriſtenz, fuͤr das Beſtehen der Menſchen im Staate uͤberhaupt oder einzel— ner Klaſſen derſelben Sorge zu tragen, denn der Nation ſelbſt ſtehet weder dieſes Recht zu, noch liegt ihr dieſe Pflicht ob. Folglich ſind unbedingt alle Maßregeln des Staats, welche durch keinen andern Grund als den: daß der Staat fuͤr die Exiſtenz, fuͤr das Beſtehen vieler oder weniger Untertha⸗ nen zu ſorgen habe, motivirt ſind, unbedingt widerrechtlich. Folglich kann es rechtlich nie vertheidigt werden, wenn der Staat bemuͤhet iſt, ein Nationalkoſthaus anzulegen, um dar— aus viele oder wenige Unterthanen zu fuͤttern.
3) Liegt dieſemnach dem Staate keine Pflicht ob, fuͤr die Exiſtenz und das Beſtehen der Unterthanen direct zu ſor— gen. Sind die Maßregeln, welche er unternimmt, blos um dieſen Zweck zu erreichen, ſtets widerrechtlich; ſo muͤſſen auch alle Maßregeln, welche blos den Zweck haben, um den phyſiſchen Wohlſtand einzelner Unterthanen auf Koſten der Uebrigen zu verbeſſern, unbedingt widerrechtlich ſeyn. Sehr richtig bemerkt Kant, das Staatsoberhaupt beſitze nichts zu eigen, außer ſich ſelbſt. Die Steuern(im weit— umfaſſendſten Sinne des Worts genommen), welche die Un— terthanen ihm darbringen und darzubringen ſchuldig ſind, machen kein Eigenthum fuͤr ihn, ſondern blos ein heiliges
Depoſitum aus, das blos niedergelegt wurde, damit im Staate die groͤßte Uebereinſtimmung mit Rechtsprincipien


