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G dringend aber auch dieſe Nothwendigkeit ſich dem ge⸗ bildeten Geiſte aufdringt, ſo langſam iſt er doch in deren Be⸗ friedigung fortgeſchritten. Man begnuͤgte ſich, die Urtheils⸗ ſpruͤche einzelner, mit den erſten Prinzipien des Naturrechts bekannter Maͤnner, uͤber einzelne menſchliche Handlungen und
Gegebenheiten zu ſammlen, und ihren Einſichten dadurch
auf Koſten der Menſchheit zu huldigen, daß man ihnen an⸗ fangs ſchweigend, und in der Folge ausdruͤcklich, die Kraft poſitifer Geſeze beylegte.
Dieſe auffallende Erſcheinung kann uns nur die Geſchichte erklaͤren. Die ewigen Kriege, welche Europa ſeit Jahrhunder⸗ ten in Bewegung ſezten, mußten nothwendig, zumal ſeit der Erfindung der ſtehenden Heere, die Tendenz der Staatsver⸗ waltungen, vorzuͤglich auf die Ausbildung der Finanzge⸗ ſezgebung und die Maasregeln zu Erhaltung der aͤußern Sicherheit richten. Die mit der Sittenverfeinerung wachſende Maſſe von Leidenſchaften und Beduͤrfniſſen mußte bey den Staatsverwaltern ſich um ſo leichter auf den Finanzgeiſt werfen, als das reine Prinzip des Staatszwecks Muͤhe hatte,
ſich aus dem nicht ſyſtematiſchen Urſprung der Gewalt ſelbſt
hervor zu arbeiten; dann, erſt dann, wenn die Zeit dieſen Urſprung, welcher er auch ſey, geheiligt hatte, konnte auch der Zweck deutlich und klar wieder erſcheinen.
Die Finanzgeſezgebung und die Militaͤrorganiſazion ver⸗
ſchlangen alſo Jahrhunderte lang die Aufmerkſamkeit derjenigen Staaten, die vermoͤge ihrer Groͤße, der Maſſe ihrer Einwoh⸗ ner und des Bewußtſeyns ihrer innern Konſiſtenz, das Be⸗ duͤrfniß einer klaren und vollſtaͤndigen Juſtizgeſezgebung, am dringendſten fuͤhlen mußten.
571. Die peinliche Geſezgebung, auf welcher die Sicherheit der wichtigſten menſchlichen Guͤter, die Zuͤgelung der regelloſen Leidenſchaften beruht, hat in Europa noch weit weniger Fort⸗
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