——
454
denjenigen bey weitem nicht gleich kommen, welche die Man⸗ nigfaltigkeit und Zahl der bis jezt in den europaͤiſchen Staa⸗ ten beſtehenden direkten und indirekten Auflagen nothwendig macht. Durch dieſe Erhebungskoſten wird das Staatsbe⸗ duͤrfniß, alſo der Staatsantheil am Nazionalvermoͤgen er⸗ hoͤht, alſo das Nazionalvermoͤgen vermindert, und zwar zur Ernaͤhrung ſolcher Staatsdiener, die in dem Augen⸗ blicke als nazionaloͤkonomiſtiſche Konſumenten erſcheinen,
wo ihre Arbeit nicht zum allgemeinen Staatszweck unerlaͤß⸗ lich nothwendig iſt.
345.
Ein bedeutender Nachtheil der Selbſtverwaltung der Staatsauflagen iſt das Verrechnungsweſen(Comptabilité). Das dem Nazional⸗Oekonomie⸗Prinzip zuſagende Aufla⸗ genſyſtem fodert gerade ein die allergenaueſte und puͤnktlichſte Ueberſicht gewaͤhrendes, den Betrug der Kontribuenten, ſo wie dor Einnehmer ausſchließendes Rechnungsſyſtem.
Dieſes Ideal iſt das raſtloſe Streben der Regierungen geweſen, und keine hat es erreicht.
Man hat in mehreren Staaten die Unerreichbarkeit deſ⸗ ſelben, bey der Mannigfaltigkeit und Menge der Staatsauf⸗ lagen, durch Haͤufung der Formen zu verguͤten geſucht.
Man iſt dabey von der Anſicht ausgegangen, daß der⸗ jenige, der ſich zu Einer Untreue, oder Verfaͤlſchung hinreiſ⸗ ſen ließe, ſich nicht eben ſo gut zu der zweyten und den fol⸗ genden, durch Quittungs⸗ und Belegfabriken hingeben werde. Man hat dadurch das Uebel vergroͤßert, die Ueberſicht er⸗ ſchwert, die Materie in der Form ertraͤnkt.
Unermeßlich iſt das Unheil, welches fuͤr den Staat aus einer fehlerhaften Organiſazion der Comptabilité entſpringt.
Mag das Auflagenſyſtem immerhin nazional oͤkonomi⸗ ſtiſch organiſirt werden, wenn es der Regierung an der kla⸗ ren Ueberſicht des Staatsbedarfs und der Konſum⸗


