Teil eines Werkes 
Vierter Band (1810) Lehrbuch der Nazional-Oekonomie / von Julius Gr. v. Soden
Entstehung
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Einleitun

X

1.

Staat iſt die zu Einem Zweck vereinigte Geſellſchaft, in Beziehung auf die geſellſchaftliche Verwaltung; naͤmlich auf die Beſtimmung der Rechte, die jedes einzelne Gli ed der Geſellſchaft in, ſtrenger Beziehung auf dieſen geſellſchaftlichen Zuſtand ausuͤben kann, und darf, und auf die Beſtimmung der Pflichten, die es, auch wieder in ſtrenger Beziehung auf d dieſen geſellſchaftlichen Zuſtand, zu erfuͤllen hat(Nazional-Oekonomie 1. B. Z. 12.).

Staats⸗Verwaltung iſt dasjenige Oberhaupt jener Geſellſchafts-Maſſe, welches das Recht, alſo auch die Pflicht hat, dieſe Maſſe zu ihrem Zweck zu leiten, alſo allenthalben innerhalb der Graͤnzen dieſes Zwecks zu erhalten, alſo auch jene Rechte und jene Pflichten(Z. 1.) zu beſtimmen, und uͤber deren Bewahrung und Erfuͤllung zu wachen.

3.

Die Staatshaushaltu ngs⸗Kunde iſt der Inbegriff der Grundſaͤtze und Regeln, nach welchen die Staats⸗ verwaltung(Z. 2.) den Staat(Z. 1.) zu behandeln, d. h. die Rechte und Pflichten der Staats⸗Glieder in ſtrenger geſellſchaftlicher Beziehung zu beſtimmen, zu bewahren, und uͤber deren Erfuͤllung zu wachen hat.

4. Die Staatshaushaltungs⸗Kunde enthaͤlt alſo 1. Die Regeln und Grundſaͤtze, nach welchen jene echte und Pflichten zu beſtimmen ſind, alſo die Staats Geſezgebung.