19² Achtzehnte Abhandlung.
Waͤhrend des Verfahrens verbindet ſich die dephlogiſtiſirte zuft, die, nach Hrn. Lavoiſier's ſchoͤnen Entdeckungen, die Saͤuren ausmacht, mit dem Brennbaren des Wein⸗ geiſts, und bringt, als ein nothwendiges Reſultat dieſer Verbindung, die fixe zuft hervor.
Die Saͤure des Zuckers, des Weinſteinrahms, der Ameiſen und des Eſſigs, wird durch die Waͤrme in fixe Luft verwandelt, welches von der Zerſetzung dieſer Saͤu⸗ ren herruͤhrt, die dabei ſogleich ihre dephlogiſtiſirte Luſt entwickeln. Dieſe ſolchergeſtalt von, der Saͤure geſchie⸗ dene Luftgattung verbindet ſich auf eine beſondere Art mit dem reichlich vorhandenen Brennbaren,— das unter oͤlichter Geſtalt einen Beſtandtheil dieſer Saͤuren aus⸗ macht,— und erzeugt alsdann ein eigenes Gemiiſch, das die fire Luft oder dieſe neue Saͤure iſt, bei der die Quantitaͤten der Beſtandtheile und die Art ihrer Verbin⸗ dung nicht weiter die naͤmlichen ſind. Die Vegetabilien geben ſogar nur dann reichlich fixe Luft, wenn der zucker⸗ artige Theil in Menge vorhanden iſt. Dieſerwegen gaͤh⸗ ren auch die Fruͤchte um deſto eher, je reifer ſie ſind, und ihre Grundbeſtandtheile naͤhern ſich einer neuen Verbin⸗ dung, weil ſie ihrer Trennung naͤher ſind, und das Brennbare,— als ein Beſtandtheil der fixen Luft,— darin in groͤßrer Menge vorhanden iſt.
Sonach iſt die fire uftſaͤure in der Natur ſehr ge⸗ mein, weil ſie beſtaͤndig die Wirkung der unaufhoͤrlichen Entwickelung der reinen und der dephlogiſtiſirten Luft iſt. Bei ihrer Hervorbringung ſpielen die Vegetabilien und die Vegetation die groͤßte Rolle, die Lebensbewegungen in den Thieren haben ebenfalls einen wichtigen Theil dar⸗ an. Das Verfahren der Kunſt vermehrt dieſe Mittel, welches Hr. Lavoiſier, ſo wie ich, unwiderleglich dar⸗ gethan hat. Die ſixe Luft wird in keinem Fall anders erzeugt, als durch die Verbindung des Brennbaren aus
den Metallen, den brennbaren Koͤrpern und dem Aus⸗ athmen;


