Druckschrift 
Was ist Humus, wie und auf welche Weise wirkt derselbe als ernährendes Mittel für die Pflanzen? / Von Franz Körte, Königl. Professor und Lehrer der Chemie und Naturwissenschaften an dem landwirtschafltichen Institute zu Mögelin
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſe

41 zen ſeyn, welche zu der Erhaltung ihrer Eigenthuͤmlichkeit, naͤchſt dem Kohlenſtoffe auch den Waſſerſtoff noͤthig haben, wie z. B. unſere Oelgewaͤchſe; ſo auch mit denen, welche naͤchſt dem Kohlenſtoffe den Stickſtoff beduͤrfen, wie z. B. die Stapelien, die Pilze und gewiſſermaßen, hin⸗ ſichtlich ihres Gluten und Eiweißgehalts, unſere Getreide arten u. ſ. w. Endlich werden vorzuͤglich viel Oxygen, oder vielleicht ſchon gebildete Saͤuren, diejenigen Pflan⸗ zen zu der Erhaltung ihrer Eigenthuͤmlichkeiten beduͤrfen, welche die eine oder die andere Saͤure zu ihren naͤheren Beſtandtheilen haben.

Dieſes Geſagte wird, einige Anomalien ausgenom⸗ men, die wir vielleicht in der Zukunft erklaͤrt zu ſehen hoffen duͤrfen, durch eine Maſſe von Erfahrungen in der Landwirthſchaft beſtaͤtigt.

Thaers ſinnreiche und auf Erfahrung geſtuͤtzte Art und Weiſe, das Verhaͤltniß der Erſchoͤpfung eines Bo dens nach der getragenen Getreideart zu beſtimmen, gruͤndet ſich darauf und und die durch die chemiſche Ana⸗ lyſe gefundenen Beſtandtheile der Pflanzen, verglichen mit den in dem Ackerbaue durch die allgemeine Erfah⸗ rung unwandelbar feſt begruͤndeten Grundſaͤtzen, hinſicht⸗ lich der Duͤngung der Bodenarten, laſſen keinen Zweifel daruͤber mehr zu.

So iſt es z. B. eine allgemeine Thatſache, das Oelgewaͤchſe in niedriggelegenen mit ſtarkem Regenfall und Humus verſehenen Gegenden, wo alſo die Erzeu⸗ gung des Waſſerſtoffs in großer Menge und ohne Ende iſt, vorzuͤglich gerathen. Sinapis arvensis(Hederich der Niederungen) Brassica oleracea,(Raps der Landwir⸗ the) ſo wie uͤberhaupt eine große Menge der Tetrady- namisten, lieben vorzüglich tief gelegene waſſerſtoffreiche Gegenden. Belgien hat es daher in dem Anbau der