3²2
ſehr der lockre Boden, welcher der atmosphaͤrifchen Luft unendliche Beruͤhrungspunkte darbietet, zugleich aber auch das Waſſer in verhaͤltnißmaͤßiger Quantitaͤt aufzunehmen und anzuhalten im Stande iſt, d. h. ein ſolcher Boden, in welchem Sand und Thon in einem zweckmaͤßigen Ver⸗ haͤltniſſe gemiſcht und gemengt ſind, den Ackerbau beguͤn⸗ ſtigt. Der reine Sand giebt zwar der atmosphaͤriſchen Luft die mehreſten Beruͤhrungspunkte, haͤlt aber, wenn auch etwas, dennoch außerordentlich wenig das Waſſer zu⸗ ruͤck, der fette Thon hingegen, haͤlt das letztere im Ueber⸗ maaße feſt, waͤhrend er dem Eingange der atmosphaͤri— ſchen Luft Thor und Thuͤre verſperrt. Dieſe Thatſachen fuͤhren auf den Begriff der waſſerhaltenden und waͤrme⸗ leitenden Kraft des Bodens, Begriffe, die erſt durch die Thaerſche Schule zu einer gewiſſen Selbſtſtaͤndigkeit ge— langt ſind. Thaer ſagt in ſeiner Einleitung in die engli— ſche Landwirthſchaft;„Die waſſerhaltende Kraft iſt ein „Umſtand, der in Ermangelung einer genauen Unterſu⸗ „chung des Bodens, ſchon fuͤr ſich viel Aufklaͤrung ge⸗ „ben kann.“ Crome war, meines Wiſſens, der erſte, der uͤber die waͤrmeleitende Kraft des Bodens Ver— ſuche anſtellte und ſie beſchrieb. Die Urſache des guͤnſtigen Erfolges einer vernuͤnftigen(rationellen) Bearbeitung des Bodens, laͤßt ſich auf das Ausſetzen deſſelben an die at— mosphaͤriſche Luft und auf die groͤßere waſſerhaltende Kraft reduciren. Die Bearbeitung des Thonbodens iſt daher derjenigen im Sandboden vollkommen entgegenge⸗ ſetzt. Ferner laͤßt ſich aus der bindenden Kraft des Thonbodens und des dem Thon entgegengeſetzten San— des, die Erfahrung erklaͤren, warum der Sand nach friſcher zweckmaͤßiger Duͤngung nur das erſte Jahr eine ſehr gute Erndte giebt, dann aber in den folgenden we—
nig oder gar keine Wirkung der Duͤngung mehr verſpuͤ⸗ ren


