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Was ist Humus, wie und auf welche Weise wirkt derselbe als ernährendes Mittel für die Pflanzen? / Von Franz Körte, Königl. Professor und Lehrer der Chemie und Naturwissenschaften an dem landwirtschafltichen Institute zu Mögelin
Entstehung
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deihen, denn das Gegentheil, wegen der Erfahrung, daß auf torfigen humoſen Boden, wenige Pflanzen nur gut gedeihen, behaupten zu wollen, hieße das Kind ſammt dem Bade ausſchuͤtten.

Und iſt es nicht wahrſcheinlich, daß ſelbſt die Ueber⸗ reſte der Myriaden von lebendigen Weſen, welche das unendlich weite Luftmeer bewohnen, ſelbſt den Humus hergeben, der nothwendig iſt, um die erſten Spuren des vegetabiſchen Lebens zu begruͤnden? Kaſtner ſagt:Der Extractivſtoff der Dammerde verdiente wohl einer naͤhe⸗ ren Unterſuchung. Noch tiefer als der Keim erſcheint mir uͤberhaupt der Humus, er iſt ſchon mehr fuͤr die chemi⸗ ſche Sphaͤre geeignet, hat jedoch noch ſo viel organi⸗ ſche Selbſtſtaͤndigkeit, dem totalen organiſchen Tode zu widerſtreben, kein entſchieden chemiſches zu werden. Aber gerade dieſer Zuſtand des Humus iſt es, der ihn ſo tauglich fuͤr die Ausbildung der Pflanzen macht; als halb chemiſches weckt er das Leben, die Behauptung der eigenen Kraft in der Pflanze, als halb organiſches dient er zur leichten Nahrung.(Voigts Anhang zu Theodor von Sauſſuͤres chemiſchen Unterſuchungen uͤber die Vegetation S. 91. Note 3).

Luthers Worte ſind daher große Worte; in ſeiner Idee liegt das, was unſere Forſchungen, wo nicht abſo lut beſtaͤtigt, doch wahrſcheinlich gemacht haben, daß naͤmlich der Humus der Anfang und Endpunkt alles le bendigen Seyns iſt. Er iſt der Stoff und die Thaͤtigkeit der mit ihm in Contact kommenden Elemente, die Kraft, durch welche er zur Wuͤrkung gelangt.

Der Humus iſt alſo ein Produkt der Verweſung, ein Produkt eines langſam fortſchreitenden Verkohlungs⸗ prozeſſes. Sauſſuͤre fand bei der Verkohlung mehrerer vegetabiliſchen Subſtanzen, in dem Humus der Pflanzen

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