Teil eines Werkes 
3,2 (1811) Anweisung zur landwirthschaftlichen Baukunst : mit illuminirten Kupfern ; Theil 1, Abt. 2
Entstehung
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innere Einrichtung erfordern, als Schweineſtaͤlle ꝛc. 15

Kuhſtalles angelegt, weil die jungen Ferkel nach dem Abſetzen am beſten mit ſaurer Milch und Wadicke, und nur nebenher mit anderm Futter gefuͤttert, und ſo nach und nach entwoͤhnt werden. Beſſer aber, vorzuͤglich in großen Wirthſchaften, werden die Schweineſtaͤlle in beſondern Gebaͤuden angelegt. Iſt eine Brau⸗ und Brennerei beim Gehoͤfte, ſo finden die Maſtſtaͤlle neben der Brennerei ihren ſchicklichſten Ort. Die Kempenſtaͤlle koͤnnen ganz beſonders im Gehoͤfte, oder auch neben den Maſtſchweine⸗ ſtaͤllen, angelegt werden. Die letztere Lage duͤrfte deshalb wohl die beſte ſeyn, weil die Kempen der Zucht wegen ſehr gut genaͤhrt werden muͤſſen. Wo keine Brau- und Brennerei auf dem Gehöͤfte iſt, da finden die Maſtſtaͤlle am beſten neben der Molkerei ihren Platz.

Anm. Zuweilen wird auch als Regel angegeben, den Schweineſtall moͤglichſt vom Pferdeſtalle entfernt, anzulegen, weil der Geruch von den Schweinen den Pferden ſehr unangenehm, und ihr beſtaͤndiges Grunzen den Pferden beunruhigend ſei. Der verdienſtvolle und alles ſorgfaͤltig beobachtende Oekonom, Herr Staatsrath Thaer, hat jedoch den Schweineſtall dicht beim Pferdeſtalle, und bemerkt nicht, daß die Pferde dadurch ſich weniger wohl befinden, oder be⸗ unruhiat werden; vielmehr findet derſelbe, daß die Vermengung des Pferde⸗ und Schweine⸗ Miſtes ſehr vortheilhaft ſei.

Da die Sonne den Schweinen uͤberhaupt, und beſonders den jungen Ferkeln ſehr zutraͤglich iſt, ſo muß der Schweineſtall im Gehoͤfte wo moͤglich mit der Fronte gegen Mittag liegen. Uebrigens muß die Lage und der Boden trocken und etwas er hoͤhet ſeyn, wovon weiterhin ein mehreres vorkommen wird.

Ein hinlaͤnglicher Raum in den Staͤllen iſt immer jeder Creatur ſehr zutraͤglich. Zu viel Raum ſowohl in der Laͤnge, Breite als Hoͤhe, verurſacht aber auch, außer den uͤberfluͤſſigen Baukoſten, daß ſolche Staͤlle im Winter zu kalt ſind. Ueber folgen⸗ de Maße ſtimmen die mehrſten Schriftſteller und erfahrnen Oekonomen uͤberein, als:

zum Ferkelſtall, fuͤr jedes Stuͤck 5 bis 6 Quadratfuß;

zum Kleinfaſelſchweine-Stall, fuͤr jedes Stuͤck 3 Quadratfuß;

zum Stall fuͤr Großfaſel oder erwachſene Schweine, fuͤr jedes Stuͤck 10 Quadratfuß.

Dieſe Groͤßen gelten jedoch nur fuͤr große Schweinezuchten, wo jede dieſer Sor ten in einem beſondern Stalle gehalten wird. Wenn aber bei kleinern Schweinezuch⸗ ten in einem Stalle, zur Abſonderung der gedachten Klaſſen, oder gar in dem Groß⸗ faſelſtalle fuͤr die Saukothen noch beſondere Abtheilungen, durch Brettwaͤnde gemacht werden ſollen, da muß der Stall verhaͤltnißwaͤßig groͤßer angelegt werden.

Eine Saukothe muß hinlaͤnglich groß, und zwar wenigſtens 5 Fuß breit und 7 bis 8 Fuß lang gemacht werden, weil nicht nur eine Sau mit zuweilen 3 bis 10 Fer⸗