4. Ddritter Abſchn. Von Gebaͤuden, welche nur eine einfache den, oder Maſtungen in manchen Stuͤcken verſchieden iſt. Kann ein Federvieh-Stall
eine warme Lage erhalten, ſo wird dieß fuͤr das Bruͤten und Eierlegen von vielem Nu—
tzen ſeyn. Legt man daher ein Gebaͤude, nach Fig. 141, etwa mitten im Hofe an, welches von allen Seiten von den kolten Winden beſtrichen werden kann, und worin in der erſten Etage A 4 Staͤlle fuͤr Gaͤnſe, Enten, Puten, Huͤner, in der zweiten Etage B ein Boden um Kaͤſe zu trocknen, und in der dritten Etage(ſiehe Aufriß C) der Taubenſchlag ſich befindet; ſo werden, beſonders von den Huͤnern, im Herbſte und Winter nicht nur wenig Eier gelegt werden, ſondern man wird auch genoͤthigt, zur Bruͤtezeit dieſe Thiere in beſondere, ruhige und der Wohnſtube nahe liegende, oder vielmehr warme Kammern zu bringen, weil die Bruͤtung in kalten Staͤllen nicht gut von ſtatten gehen kann. Wer daher etwas anwenden, und von ſeiner Federvieh⸗Wirth⸗ ſchaft den moͤglichſt groͤßten Nutzen ziehen will, der lege die Staͤlle dazu nach Fig. 142 ſo an, daß in der erſten Etage A ein Ofen befindlich iſt, mittelſt deſſen in ſehr kalten Wintertagen ſaͤmmtliche Staͤlle zugleich erwaͤrmt werden koͤnnen. Es iſt naͤhmlich h ein kleiner Flur, welcher zur Ofenfeuerung fuͤhrt; a iſt ein Gaͤnſeſtall, g der Puten⸗ ſtall, c der Entenſtall, weil dieſe Staͤlle unten auf der Erde liegen muͤſſen. Der Stall b kann zum Bruͤten gebraucht werden, weil er der waͤrmſte ſeyn duͤrfte. In der zweiten Etage B ſind d und e Huͤnerſtaͤlle, welche beide durch Oeffnungen im Fuß⸗ boden von dem darunter ſtehenden Ofen erwaͤrmt werden. Von dem Flur h aus fuͤhrt eine ſchmale, jedoch hinlaͤnglich bequeme Treppe nach dem Kaͤſeboden f und nach den Huͤnerſtaͤllen e, d, und eine andere Treppe nach dem Taubenboden unterm Dache. Fuͤr eine noch groͤßere Federvieh-Zucht kann dieſe Anlage wenigſtens den Nutzen ge— waͤhren, daß dieſe heizbaren Staͤlle zu Bruͤteſtaͤllen gebraucht, und die uͤbrigen Fe⸗ dervieh⸗Staͤlle in andern Gebaͤuden angebracht werden, in welchen man der Feuer— ſicherheit wegen nicht gern eine Feuerung anlegen moͤchte.
Anm. Herr Cointeraux in der vorgedachten Schrift la Ferme ſchlaͤgt vor, die Huͤnerſtaͤlle mit dem Backofen zu verbinden, welches aber bei der Heizung deſſelben im Sommer den Thieren wohl ſehr unertraͤglich ſeyn wuͤrde.
Die Hoͤhe der Federvieh⸗Staͤlle braucht, wie natuͤrlich, nur ſo zu ſeyn, daß ein Menſch bequem hinein gehen kann. Die Hoͤhe derſelben in Fig. 142, ſo wie auch die Hoͤhe des Kaͤſebodens, iſt daher mit Inbegriff der 8 bis 9 Zoll ſtarken Balken, un⸗ gefaͤhr zu 7½ Fuß anzunehmen, welches auch fuͤr die Huͤner noch eine bequeme Hoͤhe iſt, um vermittelſt einer ſo genannten Huͤnerſteige in die zweite Etage gelangen zu koͤnnen.
Wer an der Federvieh⸗Zucht ein beſonderes Wohlgefallen findet, fuͤr den mag


