Teil eines Werkes 
3,2 (1811) Anweisung zur landwirthschaftlichen Baukunst : mit illuminirten Kupfern ; Theil 1, Abt. 2
Entstehung
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Lage der

2 Dritter Abſchn. Von Gebaͤnden, welche nur eine einfache

von dieſer Unruhe liegt darin, daß wir bei oͤfters angeſtellten Verſuchen noch nie einen weſentlichen Vortheil fuͤr die Landwirthſchaft haben finden koͤnnen. Wir werden daher auch nie in die Lobreden mit einſtimmen, welche man dieſem Viehe haͤlt, und dem Landwir⸗ the die Zucht deſſelben nie anders, als unter gewiſſen Bedingungen empfehlen. Gern laſſen wir auch hierin einen jeden ſeiner Ueberzeugung folgen; allein uns ſcheint es, daß der kleine Landwirth von dem Federvieh mehr Schaden als Nutzen habe, und er es meh⸗ rentheils nur zum Vortheil der Staͤdter erziehe. Denn wenn man die Zeit und das Fut⸗ ter erſt berechnet, welches zum Aufziehen des jungen Federviehes erfordert wird, und dann die niedrigen Preiſe bedenkt, zu welchen es in den Staͤdten verkauft wird, die mit jenem Aufwande in gar keinem Verhaͤltniß ſtehen, ſo muß man von unſerer Behauptung ſehr

leicht uͤberzeugt werden. Ferner ſagt Herr von Eckard in ſeiner Experimental⸗Oekonomie, wo er ins⸗

beſondere von der Taubenzucht ſpricht, und dabei anfuͤhrt, daß ein Paar Tauben jaͤhrlich

2 Scheffel Gerſte zur Fuͤtterung gebrauchen:Dieſe Rechnung ſollte man den Taubenliedha⸗ bern, welche nicht wiſſen, was die Tauben jaͤhrlich verzehren, unter den Spiegel haͤngen, damit ſelbige oͤkonomiſche Augen bekommen moͤchten.

Obwohl dieſe Gruͤnde nicht unwichtig ſind, ſo iſt jedoch auch nothwendig, daß der Landwirth ſo viel Federvieh ſich ſelbſt zuzieht, als er in ſeiner Wirthſchaft zur ei genen Conſumtion an Fleiſch, Eiern und Federn deſſelben gebraucht. Hiernach wuͤr⸗ de alſo als landwirthſchaftliche Regel anzunehmen ſeyn, entweder nur ſo kleine Feder⸗

ieh⸗Zuchten zu halten, als zur Wirthſchaft ſelbſt noͤthig ſind, oder ſie in eigentlichen Poularderien als einen Erwerbszweig im Großen zu betreiben.

Am ſchaͤdlichſten fuͤr die Landwirthſchaft ſind unter allem Federvieh die Tau⸗ ben, indem ſie waͤhrend der Saatzeit entweder im Stalle gefuͤttert werden muͤſſen, oder der Saat dadurch einen unendlichen Schaden zufuͤgen, daß ſie nicht nur die, oberhalb liegenden Samenkoͤrner nehmen, ſondern ſolche ſogar aus der Erde hervorho⸗ len. Herr Riem ſagt daher in dem erwaͤhnten Hefte wohl mit Recht:Man ſoll⸗ te die Tauben zu vermindern ſuchen, und die Kraͤhen hingegen ſchonen und ver⸗ mehren, da die letztern vieles Ungeziefer und Unrath aus der Welt ſchaffen, und in ſo fern ſehr nuͤtzlich ſind. Dem ſei indeß, wie ihm wolle, immer bleibt es die Sache des Landwirths, aus welchem Geſichtspunct die Wirthſchaft am vortheilhaf⸗ teſten zu betreiben iſt, und des Baumeiſters Sache iſt, gute und zweckmaͤßi⸗ ge Federvieh⸗Staͤlle, wenn ſie verlangt werden, anordnen und erbauen zu koͤnnen.

§. 134. Bei kleinen Wirthſchaften koͤnnen die Federvieh-Staͤlle in andern Gebaͤuden,

Federvieh⸗ z. B. in Remiſen und Rindvieh⸗Staͤllen, uͤber Pferde⸗ und Schweineſtall⸗Gebaͤu⸗

Staͤlle.

den ꝛc. ihren Platz finden; allein nie muͤſſen ſie unmittelbar in denſelben liegen, ſon dern mit dichten Waͤnden davon abgeſondert ſeyn, weil die Federn, wenn ſolche zu⸗