Teil eines Werkes 
3,1 (1811) Anweisung zur landwirthschaftlichen Baukunst : mit illuminirten Kupfern ; Theil 1, Abth. 1
Entstehung
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264 Zweiter Abſchn. Von Anlage u. Conſtruct. ſolcher Gebaͤude,

In Fig. 140 A und B iſt die Anlage eines halb offenen oder Schafſtalles vorgeſtellt. Ein laͤngliches, zum Schafhofe beſtimmtes, und auf einem etwas er⸗ hoͤheten Terrain liegendes Viereck abed Fig. A wird an beiden langen Seiten ab und de mit den halb offenen Schuppen nach dem Profil Fig. C, an einer der kuͤr⸗ zern Seiten ad aber mit einem ganz geſchloſſenen Stalle nach dem Profil B einge⸗ ſchloſſen. Die andere, kurze Seite be kann, wenn es die Groͤße der Herde erfor⸗ dert, auch noch mit einem halb offenen Stalle, ſonſt aber nur mit einem Zaune ein⸗ geſchloſſen werden. 3

Die aͤußern Fronten eb und fe, welche zugleich die Bewaͤhrung ausmachen, er⸗ halten keine Oeffnungen, weder Fenſter noch Thorwege; dagegen ſind die, nach dem Schafhofe gekehrten Fronten hi und gk ganz offen, indem das Dach nur auf einzel⸗ nen Saͤulen ruht, wie in Fig. C im Profil zu ſehen, und wenn noch in dem Gehege ik ein Thorweg angelegt wird, ſo kann durch den ganzen Schafhof gefahren werden.

Die Hoͤhe dieſer Staͤlle im Lichten wird 10 bis 11 Fuß. Da aber bei dieſer Hoͤhe, wenn die Stielel m in Fig. O die innere Fronte bildeten, bei Strichregen die Schafe nur wenig Schutz finden wuͤrden; ſo iſt es beſſer, noch einen Vorbau zu ma⸗ chen, welcher auf kuͤrzern Stielen on ruht. Dieſe ſaͤmmtlichen Stiele erhalten pfeilerweiſe Fundamente; uͤbrigens aber brauchen allenfalls die Stiele n o nur einge⸗ graben zu ſeyn.

Herr Riem hat in dem mehr erwaͤhnten Hefte ebenfalls die Anweiſung zur An⸗

lage halb offener Schafſtaͤlle geliefert, und daneben in einem ganz geſchloſſenen Stal⸗ le, welcher fuͤr kranke und fuͤr Mutterſchafe mit ihren jungen Laͤmmern beſtimmt iſt, die Wohnung des Schaͤfers angelegt, damit der Schaͤfer bei dieſen huͤlfsbeduͤrftigen Thieren ſogleich zur Hand ſei. Ich trete indeß dieſer Meinung aus dem Grunde nicht bei, weil dieß leicht zu Feuersgefahr Anlaß geben kann, und halte dafuͤr, daß es al⸗ lemahl beſſer ſei, keine Wohnung mit Feuerung in dergleichen Gebaͤuden anzulegen. Die hierbei beabſichtigte Bequemlichkeit kann dadurch, daß einer oder mehrere Knech⸗ te im Stalle, entweder unter der Treppe oder auf einem beſondern Haͤngegeſtell ſchla⸗ fen, ebenfalls erreicht, und das Schaͤferhaus in der Naͤhe des Schafſtalles, jedoch iſolirt, erbauet werden.

Die, auf ſolche Art zu erbauenden, halb offenen Schafſtaͤlle erhalten gewoͤhn⸗ lich nur eine Tiefe von 12 bis 14 Fuß. Damit nun der Dachboden bei dieſer geringen Tiefe noch bequem benutzt werden koͤnne, ſo iſt den halb offenen Staͤllen ein ſo genann⸗ tes Pultdach, und nur dem ganz geſchloſſenen Stalle, welcher mehrere Tiefe hat, ein zweiſeitiges Dach zu geben.

Einige