Schafſtaͤlle in Scheun⸗ gebaͤuden.
262 Zweiter Abſchn. Von Anlage u. Conſtruct. ſolcher Gebaͤude,
che abgeſetzt worden, noch 6 Zoll daruͤber(wie§. 11 Fig. 16 gezeigt iſt) durch die ganze Mauerſtaͤrke von gebrannten Mauerſteinen oder von geſprengten Feldſteinen mit Kalk gemauert werden.
Außer den Pfeilern unter den Unterzugsſtaͤndern kommen in Schafſtaͤllen von Fachwerk die, in Fig. 138 mit y bezeichneten Pfeiler unter den Strebewaͤnden noch hinzu, welche, ſo wie die Untermauerung der Fronten, 3 Fuß uͤber den innern Erd⸗ boden reichen muͤſſen.
Ddie Eck⸗ und Bundſtiele, ſo wie die Sturmbaͤnder in den Strebewaͤnden, des⸗ gleichen die Unterzuͤge nebſt Staͤndern, muͤſſen von ganzem Holze und hinlaͤnglich ſtark ſeyn. Die Schwellen dagegen koͤnnen von Halbholz und die Zwiſchenſtiele in den Fronten und Giebeln von ſtarkem Halb⸗ oder Kreuzholze oder ſchwachem Mittelholze gemacht werden, weil hier nicht, ſo wie bei den Scheunen§. 50 bemerkt worden, ein
Seitendruck ſtatt findet.
§. 13r. Es iſt ſchon§. 31 bemerkt worden, daß bei ſehr geſegneten Ernten die Schafſtaͤl⸗
le zuweilen als Getreideſcheunen, oder umgekehrt, eine der Scheunen als Schafſtall be⸗
nutzt werden. Letzteres iſt indeß eigentlich nur in ſolchen Wirthſchaften anwendbar, wo der ganze Schafſtand gering iſt„ indem in einer gewoͤhnlichen Scheune von zwei Banſen etwa nur 300 bis 400 Schafe Platz finden wuͤrden, folglich eine groͤßere Her⸗ de ſchon eines eigenen Stalles bedarf. Oder man muͤßte denn außer dem Schafſtalle
noch eine der Scheunen fuͤr die Haͤmmel oder das Merzvieh gebrauchen. Die doppel⸗ te Benutzung eines Gebaͤudes als Stall und Scheungebaͤude geſchieht in der Art,
daß das reifſte oder Saatkorn, ſo wie auch ein Theil des Futterkorns darein gebanſet wird, waͤhrend im Sommer die Schafe auf dem Felde gehordet werden. Gegen Martini wird das Korn ausgedroſchen und hinausgeſchafft, und die Schafe nehmen dann den Raum als Winterſtallung wieder ein. Als Interims⸗Scheune bei unver⸗ hoffter reichlicher Ernte ſcheint dieß zwar von Vortheil zu ſeyn; ob aber auch außerdem, bei gewöhnlichen Ernten, auf dieſen Doppelgebrauch des Schafſtalls gerechnet werden
duͤrfe, wollen wir erfahrenen Oekonomen zur Entſcheidung uͤberlaſſen.
Ein ſolcher auch als Scheune zu gebrauchender Schafſtall muß dann vollſtaͤndig wie eine Scheune eingerichtet ſeyn, d. h. einen ordentlich geſchlagenen, 15 Fuß brei⸗
ten Scheunflur, und auf jeder Seite deſſelben eine Banſe erhalten. Die Scheuntho⸗
re und Luftzuͤge werden ſo wie in Scheunen, die Fenſter aber wegen des Drucks des Getreides nur klein angelegt. Die Tennenwaͤnde erhalten dieſelbe Verſtrebung wie in
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