250 Zweiter Abſchn. Von Anlage u. Conſtruet. ſolcher Gebaͤude,
„ſogar mancherlei Krankheiten der Schafe davon berleiten, und ſind mithin unbillig „genug, den Schafen kein Waſſer zu geben, ungeachtet ihnen Salz zum Lecken ver⸗ „abreicht wird. Die Schaͤfer ſtehen dabei in dem Wahne, daß die Schafe im Som— „mer in dem friſchen Futter ſchon binlaͤnglich Feuchtigkeit erhalten, im Herbſt und „Winter aber den Thau und Schnee lecken; allein ſie wiſſen oder bedenken nicht, wie „ſchaͤdlich es den Schafen, welchen Salz zum Lecken gegeben wird, iſt, wenn ſie an— „halktend duͤrſten, oder im Sommer uͤber ſtehendes Regenwaſſer auf dem Felde, und „im Winter uͤber den Thau und Schnee mit Begierde herfallen, und eigentlich durch „dieſes unreine oder zu kalte Getraͤnk Krankheiten erhalten.“
Anm. Ob den Schafen Salz gegeben werden muͤſſe oder nicht, ſind die Oekonomen zum Theil auch noch ſtreitig. Steinſalz wird den Schafen mit Stricken am Balken haͤugend gereicht, Kochſalz aber in den Krippen vorgelegt.
Es koͤnnen daher ſo wohl zum Traͤnken als zum Salzgeben ordentliche Krippen erforderlich ſeyn. In den mehreſten hieſigen Schaͤfereien, wo die Schafe den ganzen Winter hindurch mit Heu dc. gefuͤttert werden, koͤnnen die Krippen, die dann nur zum Salzlecken dienen, außerhalb des Stalles im Hofe ſtehen; wo aber den Schafen auch Hafer, geſtampfte Mohrruͤben, Kartoffeln, oder wohl gar Laub gegeben wird, muͤſ⸗ ſen laͤngs beiden Seiten der Raufen Krippen vorhanden ſeyn. Die Krippen werden nach Fig. 134 etwa 6 Zoll im Lichten tief und breit, und von 13 bis 12 Zoll ſtarken Brettern verfertigt; ſie muͤſſen aber oben abgerundete Kanten haben, und ſo wie die Raufen, wegen Schonung der Wolle, von allen Seiten glatt gehobelt ſeyn. Dieſe Krippen werden auf untergelegte Kuͤtze geſtellt.
Es iſt ſchon vorher erwaͤhnt worden, daß die Raufen nicht zu ſchraͤg ſtehen muͤſ⸗ ſen, weil ſonſt die Schafe ſich das Heu in die Wolle ziehen, welcher Unrath ſelbſt beim Verarbeiten der Wolle nicht heraus zu bringen iſt. Wo nun keine Krippen vor den vorher beſchriebenen Raufen ſtehen, wuͤrde dieß jedoch nicht zu vermeiden ſeyn, wenn ſelbige auch ſo ſteil als moͤglich ſtaͤnden, weil manches dieſer Thiere oft aus Neid ſich quer vor die Raufe ſtellt, und alſo die andern quer uͤber daſſelbe hinweg das Heu ſich aus der Raufe ziehen muͤſſen, wodurch aber nicht nur die Wolle verderbt wird, ſondern auch die kleinen Huͤlſen, Haͤlmchen und Geſaͤme verlohren gehen und in den Miſt getreten werden.
Dieſen Nachtheilen kann man da, wo nicht etwa kurzes Futter, ſondern nur
Salz in den Krippen verabreicht wird, auf die Fig. 135 vorgeſtellte Art abhelfen. Es wird naͤhmlich an den, in Fig. 132 angegebenen Raufen gegen den untern Raufen⸗ baum an jeder Seite ein 9 Zoll breites Brert auf angenagelte Knaggen gelegt, und


