Von den
Raufen und Krippen in Schafſtaͤllen.
248 Zweiter Abſchn. Von Anlage u. Conſtruct. ſolcher Gebaͤude,
decken, ſondern noch uͤber dem Eſtrich andere und ſchwaͤchere Balken mit der Dachverbindung darauf zu errichten, folglich die eigentliche Decke ganz vom Dache zu iſoliren.
Dieß aber giebt einen unebenen Dachboden, und iſt wohl uͤberhaupt etwas zu viel zu Gunſten der Strohdaͤcher. Die Lehmſchindel⸗Daͤcher vermindern in jedem Betracht die Feuers⸗ gefahr, und ſind gegen dieſen Vorſchlag auch wohlfeiler auszufuͤhren.
Auf der Kirche zu St. Blaſten im Schwarzwalde ſind die Deckenbalken mit einem Eſtrich, der aus 3 Lehm und 3 Saͤgeſpaͤhnen beſteht, belegt.
Die Koͤnigliche Churmaͤrkiſche Kriegs⸗ und Domainen⸗Kam⸗ mer hat unter dem 18ten September 1777 wiederhohlt empfohlen, bei Erbauung der Schaf⸗ und Rindviehſtaͤlle auf die ſo genannten halben Windelboͤden Ruͤckſicht zu nehmen. Obgleich die halben Windelboͤden allerdings den oben erwaͤhnten dkono⸗ miſchen Erforderniſſen ebenfalls ein Genuͤge leiſten; ſo wuͤrde ich ſie deſſen ungeachtet nur allenfalls bei ſehr tiefen, und mit Ziegel⸗ oder Lehmſchindel⸗Dach zu ver⸗ ſehenden Stallgebaͤuden aus dem Grunde den geſtreckten Windeldecken vorziehen, weil dann ohnehin nicht nur ſehr langes, folglich ſtarkes Bauholz zu den Balken ge— nommen werden muß, ſondern daſelbſt auch die Balken in nicht zu weiten Entfernun— gen aus einander liegen duͤrfen. Auf die Windelboͤden einen Gipseſtrich zu ſchla⸗ gen, oder ſie mit Dielen zu belegen, wie von Einigen verlangt wird; dieß ſtelle ich je⸗ dem, nach Maßgabe ſeiner Baukaſſe und Ueberzeugung, anheim, bemerke aber mei⸗ nerſeits, daß ich die Ausgleichung der Balkenfache mit Strohlehm bis zur obern Glei⸗ che der Balken bei den Windelboͤden fuͤr vollkommen hinlaͤnglich halte, indem alle vor⸗ her angefuͤhrte Zwecke dadurch ſchon erreicht werden.
§. 127.
Zweckmaͤßig angefertigte und in gehoͤriger Ordnung aufgeſtellte Krippen oder Raufen ſind in einem Schafſtall, im Betreff der Bequemlichkeit, der Wirthlichkeit mit dem Futter und der Reinhaltung der Wolle, eine Hauptſache. Ich werde in der Folge, bei Berechnung der Geoͤße eines Schafſtalles, auf die gehoͤrige Stellung der Krippen und Raufen kommen. Fuͤr jetzt will ich aber erſt die Verſchiedenheit der Rau⸗ fen beſchreiben.;
Die Raufen ſind entweder einfache oder doppelte ꝛc. Die erſteren werden nur an den Umfaſſungswaͤnden befeſtigt, und ſind alſo auch nur da anwendbar, wo kleine Herden in großen Staͤllen ſtehen. Die doppelten Raufen hingegen ruhen auf Fuͤßen, und koͤnnen alſo uͤberall im Stalle geſtellt werden. Folglich koͤnnen die Scha⸗ fe an beiden Seiten ihr Futter herausziehen.
Die Raufen moͤgen nun einfach oder doppelt ſeyn, ſo muͤſſen ſie weder zu niedrig, noch zu hoch, noch weniger zu ſchraͤg geſtellt werden. Staͤnden ſie zu niedrig oder zu
ſchraͤg,


