Teil eines Werkes 
3,1 (1811) Anweisung zur landwirthschaftlichen Baukunst : mit illuminirten Kupfern ; Theil 1, Abth. 1
Entstehung
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228 Zweiter Abſchn. Von Anlage u. Conſtruct. ſolcher Gebaͤude,

Raum von Bohlen auf hohl liegenden Unterlagern gebildet, und die, etwa 6 Fuß hohen Seitenwaͤnde werden ganz iſolirt von den Fronten(beſonders wenn ſolche von Fachwerk ſind) angelegt. 4

Da jede, auch nur die geringſte Feuchtigkeit des Bodens dem loſen Salze hoͤchſt nachtheilig iſt, ſo muß ein ſolches Gebaͤude eine hohe und trockene Lage erhalten, mit ſeinem Fundamente vorzuͤglich hoch aus der Erde aufgefuͤhrt, und wo moͤglich unter dem unterſten Boden ein hohler Raum mit Luftloͤchern in der Plinte, die mit Drath⸗ gittern zu verſchließen ſind, gelaſſen werden. Letzteres iſt um ſo leichter auszufuͤhren, da das loſe Salz, ſchon der Reinlichkeit wegen, auch in dem unterſten Raume auf Dielenboͤden geſchuͤttet wird, und mithin Balken daſelbſt gelegt werden.

Anm. Im Jourual fuͤr Fabriken und Manufacturen, Mai 1796, wird die Be⸗ ſchreibung eines Salz⸗Magazins zu Nantes geliefert, und darin unter andern geſagt:„die „Mauern deſſelben waren 4 Fuß dick, und der Fußboden aus einer Art Thon beſtehend, wel⸗ „cher in Ruͤckſicht ſeiner Beſtandtheile viel zur Guͤte des Salzes beitragen ſoll, weil er die „waͤſſerigen Theile aus demſelben in ſich zieht, und es daher auch viel reiner und weißer macht. „Aus dieſem Grunde wird auch der Fußboden alle vier Jahre neu gelegt. Uebrigens waren „in den Außenwaͤnden gar keine Fenſter, ſondern in dem Dache, bis zu welchem das Salz auf— „geſchuͤttet wurde, waren kleine Oeffnungen angebracht. Zwei Jahre lang blieb das aufge⸗ „ſchuͤttete Salz in den Saͤlen liegen, und verlohr ungefaͤhr den achten Theil ſeines Gewichts „waͤhrend dieſer Zeit ꝛc.“

Wenn nun, wie vorgedacht, der ungeheuren Laſt wegen nicht mehr als der un— terſte und der erſte darauf folgende Boden mit loſem Salze beſchuͤttet werden; ſo koͤn⸗ nen die Stiele a Fig. B in der zweiten Etage gaͤnzlich wegfallen. Der dritte Boden kann alsdann mit Salz in Tonnen, und der vierte kann mit leeren Tonnen belegt werden.

Es iſt nicht zu laͤugnen, daß bei ſo ſtark belaſteten Magazin⸗Gebaͤuden, wenn, nach der bisher beſchriebenen Conſtruction, die Fronten mit den belaſteten Balken in Verbindung ſtehen, bei irgend einigem Setzen oder Sinken der Unterzugsſtaͤnder oder der Fundamente, ſogleich die Fronten und das ganze Gebaͤnde in Gefahr kommen. Sollte es daher nicht beſſer ſeyn, das Gebaͤude ſelbſt von den belaſteten Boͤden gaͤnz— lich zu iſoliren?

Wenn naͤhmlich in einem nach Fig. 109 oder 110 verbundenen Schuppen ein Geruͤſte zu einem Boden ohne Zuſammenhang mit dem Schuppen errichtet wuͤrde; ſo koͤnnte dieſer und der unterſte Boden ganz ohne Nachtheil des Gebaͤudes belaſtet wer— den; ja es koͤnnte derſelbe ſogar von der Laſt ſich irgendwo ſenken oder ſetzen, ohne dem eigentlichen Gebaͤude zu ſchaden, da das Gebaͤude und das Geruͤſte ganz von einander iſolirt ſind.

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