Teil eines Werkes 
3,1 (1811) Anweisung zur landwirthschaftlichen Baukunst : mit illuminirten Kupfern ; Theil 1, Abth. 1
Entstehung
Einzelbild herunterladen

216 Zweeiter Abſchn. Von Anlage u. Conſtruct. ſolcher Gebaͤude,

Ein vorzuͤglicher Nutzen der doppelten Unterzugsſtaͤnder iſt, daß ein hohes Ma⸗ gazin⸗Gebaͤude dadurch mehr Steifigkeit gegen den Druck der Sturmwinde erhaͤlt, daher ſie ins beſondere bei Magazinen mit hoͤlzernen Fronten um ſo weniger weg— zulaſſen ſind, weil letztere an ſich bei weitem den feſten Stand nicht haben, als der— gleichen mit ſtarken, maſſiven Umfaſſungsmauern.

In Fig. 122 iſt der Verband eines Magazin⸗Gebaͤudes von 72 Fuß Tiefe und 5 Etagen Hoͤhe(aus meiner ſchon erwaͤhnten Abhandlung uͤber Conſtruction der Boh⸗ lendaͤcher entlehnt) vorgeſtellt. Hierbei wird das, was ich vorher von Vermeidung verſchwenderiſcher Bedachung ſagte, um ſo deutlicher werden, wenn ich bemerke, daß hier gar kein eigentlicher Dachverband vorhanden iſt, ſondern das Dach zug leich die Frontwaͤnde der drei obern Etagen bildet.

Daß bei ſolchen großen Tiefen der Gebaͤude die Balken auf die, im zweiten Theile Fig. 30 vorgeſtellte Art geſtoßen werden muͤſſen, verſteht ſich von ſelbſt. Nur iſt hierbei zu bemerken, daß, wo auf einen ſolchen Stoß ein Staͤnder zu ſtehen kommt, wie in Fig. 121 und 122 in den obern Etagen, das Stoßen der Balken auf einan⸗ der nach Fig. 122 D, und wo kein Staͤnder darauf ſteht, neben einander, um deswillen geſchehen muß, weil im letztern Falle das Balkenholz auf ſeiner hohen Kante unverſchwaͤcht verbleibt, im erſtern Falle aber der Stielzapfen beſſer angebracht wer⸗ den kann. Saͤmmtliche Stoͤße werden mit eiſernen Bolzen oder nur mit eiſenen Klammern verſehen.

Da, wo die Unterzugsſtaͤnder doppelt ſind, muß auf jeder Seite derſelben ein Balken liegen, und da, wo nur einfache Unterzugsſtaͤnder ſtehen, koͤnnen die Balken nicht anders als auf denſelben, folglich nur einfach liegen. Wenn alſo die doppelten Unterzugsſtaͤnder, mit ihren Balken neben ſich liegend, bis zur Dachbalkenlage, wie in Fig. 32 Theil II. hinauf gehen; ſo kommen im Dache allemahl zwei Gebinde Sparren nahe an einander zu liegen, welches uͤberfluͤſſig waͤre, weshalb es beſſer iſt, die dop⸗ pelten Unterzugsſtaͤnder nur bis zur vorletzten Balkenlage hinauf gehen zu laſſen, und in der oberſten Etage einfache Unterzugsſtaͤnder in der Art, wie in Fig. 121 E ſchon in der vierten Etage geſchehen iſt, zwiſchen die untern aufzuſetzen, wodurch alsdann in der Dachbalkenlage nur jedesmahl Ein Binderbalken und Ein Paar Binderſparren nothwendig ſind.

Um daſſelbe auch in Fig. 122 mit den Bohlenſparren zu bewirken, ſind, wie in der Zulage E bei a zu ſehen, kleine Stichbalken zwiſchen den Hauptbalken mit Schwal⸗ benſchwaͤnzen an den Seiten angebracht, worin die Bohlenſparren ſo wohl unten ein⸗ ſtehen, als auch in jeder obern Balkenlage vermittelſt Schlitzen von dieſen Stichbalken

umfaßt

—

—