Vom Mau⸗ ern mit Feldſteinen.
Von den Feldſtein⸗Arbeiten.
G. 6.
Zum Mauern mit Feldſteinen ſind geſprengte, folglich mit Flaͤchen
und Kanten verſehene Steine vorzuͤglich zu waͤhlen; kleinere, unzerſchlagene Feldſteine dienen zum Mauern nur in ſo weit, als deren Form wenig rund, oder die Mauer ſehr ſtark iſt. Daß Mauern von Feldſteinen ſtaͤrker, als die von Mauerſteinen angelegt werden muͤſſen, hat in dem, hierbei nicht ſo leicht als bei Mauerſteinen moͤglichen Verband ſeinen Grund. Vorzuͤglich
iſt aber dahin zu ſehen, daß die Steine auf ihr beſtes Lager, oder ſo
gelegt werden, daß immer die groͤßte Flaͤche unten kommt; auch muͤſſen die, innerhalb der Mauer befindlichen Raͤume beſonders fleißig mit kleinen Stein⸗ ſtuͤcken ausgeſtopft, und es muß dazu hinlaͤnglich Kalk genommen werden. Bei dem, nach den aͤußern Flaͤchen der Mauer liegenden Theile der Schichten muͤſſen dagegen die Luͤcken und hohlen Raͤume erſt dann verzwickt werden, wann die darauf folgende Schicht ſchon gelegt iſt, weil im entgegen geſetzten Falle durch das Heraufbringen der zur folgenden Schicht gehoͤrigen Steine, welche ver⸗ moͤge ihres Gewichts in ihren irregulairen Formen ſich nicht gut bewegen laſſen, die Ausgleichungen wieder herausdringen wuͤrden; vorzuͤglich aber, weil die Verzwickung im erſteren Falle alsdann ſo geſchehen kann, daß ſie in die, zwiſchen der obern und untern Schicht gebildeten Raͤume zugleich und genau paßt. Weder zu kleine noch zu große Feldſteine paſſen ſich zum Mauern:
erſtere nicht, weil ſie viel Kalk koſten, und die Mauer nicht ſo tragbar, als
von mittelmaͤßig großen Steinen wird, und letztere nicht, weil der Verband mit denſelben ſehr ſchwierig zu erhalten iſt. b Hierzu kommt noch die bewaͤhrte Erfahrung, daß, da die Feldſteine als weniger poroͤſe Koͤrper, die Feuchtigkeit aus dem Kalke nicht ſo ſchnell als die gewoͤhnlichen Mauerſteine anziehen, eine Mauer aus Feldſteinen auch nicht ſo ſchnell ihre erforderliche Feſtigkeit erlangt, ungeachtet hiernaͤchſt, wenn die Cohaͤſion voͤllig darin erreicht iſt, die Feſtigkeit einer Mauer von Feld⸗ ſteinen die einer jeden andern Mauer faſt uͤbertrifft. Es iſt daher ſchon der Fall geweſen, daß Feldſtein⸗Mauern, welche bei einiger bedeutenden Laͤnge keine vor⸗ zuͤgliche Dicke hatten, wenn waͤhrend der Arbeit ſtarke Regenguͤſſe ſie trafen, eingeſtuͤrzt ſind, weil der Kalk uͤberall in denſelben noch zu weich war. Deshalb iſt auch nothwendig, die Feldſtein⸗Mauern, eben ſo wie die Lehmmauern, bei eintretendem Regenwetter einſtweilen mit Ruͤſtbrettern zu bedachen.. Die Ecken, ſo wie die Thuͤr⸗ und Fenſter⸗Einfaſſungen ſolcher Ge⸗


