Teil eines Werkes 
2 (1798) Handbuch der Land-Bau-Kunst, vorzüglich in Rücksicht auf die Construction der Wohn- und Wirthschafts-Gebäude für angehende Cameral-Baumeister und Oeconomen. 2
Entstehung
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Von den Balkenlagen und Decken. 19

ſtehen ſoll, in der Richtung be ganz ſchief gegen den Gradſparren anlaͤuft, auch wuͤrden auf dieſe Art entweder die Balken auf dem ganzen Gebaͤude ſchief liegen und ſowohl zu ſelbigen als zu den Sparren unnoͤthiger Weiſe laͤngeres Holz genommen, oder doch an einem andern Orte aus der ſchiefen Lage in die rechtwinklichte verlegt werden muͤſſen. Aus eben dieſen Urſachen hat aber die Einrichtung ſolcher Balkenlagen ihre Schwuͤrigkeiten, welche beinahe in jedem Falle verſchieden ſind, und daher iſt es ſchwer allgemeine Belehrungen daruͤber zu geben.

Durch einige ſpezielle Beiſpiele werden ſich indeſſen die noͤthigſten Vor⸗ ſchriften am beſten darſtellen laſſen.

In Fig. 15 B, wo alle Stich⸗ und Gradbalken in den Balken ac einge⸗ zapft ſind, ſollten demnach eigentlich ſchon die Balken bekg ꝛc. in eben demſelben Balken eingezapft werden, weil aber der Balken ac dadurch zu ſehr verlocht wuͤrde, ſo iſt es beſſer noch einen Balken bh daneben zu legen, wo die Bal⸗ ken efg ꝛc. ꝛc. eingezapfet werden koͤnnen; hierbei iſt jedoch zu bemerken, daß der Balken bh abſichtlich ſo gezeichnet worden, daß bei h kein Schiftſparren darauf zu ſtehen koͤmmt, weil ſelbiger wegen ſeiner Laͤnge hk in das ſchiefe Sparrenloch nicht auf das dauerhafteſte eingeſetzt werden koͤnnte.

Ferner iſt beſonders darauf zu merken, daß diejenigen Balken, welche vermittelſt Zapfen in andere Balken eingeſteckt werden muͤſſen, nicht zu lang frei liegen, weil ſonſt ihre eigne Laſt und die Laſt der Windelboden den Zapfen ſehr bald zerbrechen moͤchten; aus dieſem Grunde ſind die Balken 111 ꝛc. in Fig. 15 AB und C ſo gegeneinander verſchoſſen, daß ſie außer der Einzapfung noch voͤllig auf Waͤnde ruhen.

Die Balken mi ꝛc. ꝛc. in Fig. C liegen nun zwar auch mit beiden Enden auf Mauern, allein nach der Lage des Zimmers liegen ſelbige auf eine ziemliche Weite frey, welches am wenigſten mit denjenigen, worin die andern vielen Stichbalken ſtecken, zu wagen ſeyn wuͤrde, daher denn auch, wie in die⸗ ſem Falle nicht zu vermeiden iſt, ein Traͤger no oben auf die Balken heruͤber gelegt werden muß, woran die Balken mim ꝛc. ꝛc. angehaͤngt werden koͤnnen.

In Anſehung der Lage der Grad⸗ und Kehlſtichbalken iſt bei Einrich⸗ tung einer Balkenlage zufoͤrderſt zu beſtimmen, wo der Forſt zu liegen kommt. Z. B. in Fig. 15 B iſt koy die Forſt⸗Linie; wenn nun ſelbige bis p verlaͤn⸗ gert, und von p nach k der Anfall des Walmen, gleich kh abgeſtochen wird, ſo zeigt k den Punkt an, wo beide Gradſparren zuſammen treffen, und wornach auch die Gradbalken gelegt werden muͤſſen. Desgleichen iſt x in Fig. C der C 2