Teil eines Werkes 
1 (1797) Handbuch der Land-Bau-Kunst, vorzüglich in Rücksicht auf die Construction der Wohn- und Wirthschafts-Gebäude für angehende Cameral-Baumeister und Oeconomen. 1
Entstehung
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Von den Baumaterialien. 17

n Die vertikal ſtehende Flaͤchen derſelben, koͤnnen jedoch durch einen Anſtrich au mit Oehlfarbe ſehr konſerviret werden. Die Werkſtuͤcke bilden im Ganzen beinahe horizontal⸗fortgehende Schichten oder Lagen, welche auch an den gebrochnen Stuͤcken kenntbar ſind. d Ddie von den Steinmetzen zuzuhauende Bauſteine muͤſſen jederzeit ſo einge⸗ richtet werden, daß dieſe Lagen wiederum horizontal zu liegen kommen, wenn die Steine ihrer eigenen oder der darauf zu ſetzenden Laſt gehoͤrig reſiſtiren

ollen*). 3*) Jeun kann ſolches mit den Blaͤttern eines Buchs vergleichen, indem, wenn man ſolches auf die 3 Seite ſtellte oder in dieſer Lage beſchwerete, die Blaͤtter ſich auseinander druͤcken wuͤrden. Ddie Werkſtuͤcke werden mit Saͤgen ohne Zaͤhne, bei Zuthuung von Waſſer 2. und Sand von einander geſchnitten, ſonſt auch mit dem Meißel und Kloͤpper bearbeitet.

Bei Veranſchlagung der Quantitaͤt von rohen Werkſtuͤcken, wird fuͤr jede davon gerade zu bearbeitende Flaͤche, ein Zoll mehr als Abgang gerechnet, welches man den Arbeitszoll nennt.

. Rohe Werkſtuͤcke von ein bis dreiſig Kubikfuß ſind im Ankaufspreiſe gleich,

dann ſteigt derſelbe aber von zehn zu zehn Kubikfuß der mehreren Groͤße*).

*)) Es giebt ſehr große Bloͤcke von Sandſteinen woraus ganze Saͤulenſtaͤmme gemacht werden koͤnnen; ſo hatte man z. B. zum Bruͤckenbau bei Neuilli ohnweit Paris unter andern ein Werkſtuͤck von

44 Fuß lang herbei geſchaffet, ſ. Description des projets et de la construction des Ponts de Neuilli, de Mantes, d'Orleans etc. p. M. de Perronet a Paris 1788. S. 5.

§. 9. e) Feldſteine, ſind in mineralogiſcher Ruͤckſicht von verſchiedenen Gattungen Von den Feld⸗ und Beſtandtheilen, alle aber von großer Feſtigkeit und Dauer in der Luft und ſeeinen. im Waſſer, dahingegen widerſtehen ſie dem Feuer nicht. Die Feldſteine koͤnnen durch Werkzeuge von Eiſen und Stahl in regulaire Formen bearbeitet werden; man findet hiervon die vortreflichſten Beiſpiele an 6 antiken Gebaͤuden. Auch jetzt werden noch dergleichen Bauſteine und ſelbſt hr Muͤhlenſteine daraus verfertiget. Letzteres darf aber, um nicht den Debit der Koͤnigl. Muͤhlſteinen⸗Fabriken von Bruchſteinen zu ſchmaͤlern, nur alsdann geſche⸗ hen, wenn der Muͤller den zu einem Muͤhlenſtein hinlaͤnglich großen Feldſtein auf ſeinem eigenthuͤmlichen Grunde findet.. In Preußen und Litthauen hat man vorzuͤglich die Gewohnheit, Feldſteine zu Fundamenten uͤber der Erde, zu Treppenſtuffen und dergleichen regulaͤr zu behauen.

Vorzuͤgliche architektoniſche Arbeiten der Art findet man an einigen Thoren der Stadt Danzig und an den Ueberbleibſeln des alten Ritterſchloſſes in Marienburg in Weſtpreußen.

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