Teil eines Werkes 
1 (1797) Handbuch der Land-Bau-Kunst, vorzüglich in Rücksicht auf die Construction der Wohn- und Wirthschafts-Gebäude für angehende Cameral-Baumeister und Oeconomen. 1
Entstehung
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10 Einleitung.

Von einem Baumeiſter wird ferner hauptſaͤchlich verlangt, und jeder, der ohne deſſen Rath ſelbſt einen Bau fuͤhren muß, wuͤnſcht, daß obige Zwecke zugleich mit moͤglichſter Koſtenerſparung erreicht werden ſollen.

Man bauet aber ſparſam:

a) Wenn man die wohlfeil und in der Naͤhe zu habende Baumaterialien zu den Hauptſtuͤcken der Gebaͤude verwendet, ſich auch nicht mit denjenigen begnuͤget, ſo man vor Augen hat, ſondern durch fleiſſiges Nachſuchen unter der Oberflaͤche der Erde nachſpuͤret, ob z. E. Lehm, Thon und rohe Kalkmaterialien, vorhanden ſind, um ſich ſelbſt daraus Ziegel und Kalk zuzubereiten. Hierzu gehoͤrt vorzuͤglich das Ziegelbrennen in Feldoͤfen, oder nach ſogenannter Luͤcker Art.

b) Die Baukoſten werden auch vermindert, wenn man, wie oben gedacht worden, zur rechten Jahreszeit bauet. Auſſer der Untuͤchtigkeit der Win⸗ terarbeiten, iſt dabei nichts als Zeitverluſt und uͤberfluͤſſiger Koſten⸗ aufwand..

c) Dieſerhalb wird auch ſelbiger vorzuͤglich vermindert, wenn man ſo wenig als moͤglich auf Tagelohn arbeiten laͤßt, ſondern alles, was ſich irgend ausmeſſen, oder nach Erfahrungsſaͤtzen in Abſicht der Zuthat, oder der zu verwendenden Zeit, um gute Arbeit zu liefern, ſchaͤtzen laͤßt, mit geſchickten und rechtſchaffenen Ouvriers verdingt, ſo daß dieſe tuͤchtige Arbeit lieſern und zugleich dabei beſtehen koͤnnen. Jene Kargheit aber, wo man die Bezahlung zu niedrig ſtellt, und mit ſchlechten und ungeſchickten Leuten zu Werke geht, die nur in Ruͤckſicht auf ihre zu liefernde Fuſcherarbeiten, dergleichen allzuniedrige Preiſe ſich gefallen laſſen koͤnnen, heißt nicht ſpar⸗ ſam, ſondern eigentlich verſchwenderiſch bauen, wovon die Urſachen keiner weitern Erkläͤrung beduͤrfen. Und doch iſt dies leider, ſo oft der Fall, daß Mindeſtfordernden die ganze Bauausfuͤhrung uͤberlaſſen wird. Was kann ein ſolcher Uebernehmer wohl fuͤr andere Abſichten haben, als dennoch ſich Bortheile durch moͤglichſt ſchlechtes Bauen zu verſchaffen. Das Zweckloſe folcher Veranſtaltungen faͤllt zu ſehr in die Augen, als daß es noͤthig waͤre, ein Mehreres daruͤber anzufuͤhren.

d) Dem Baumeiſter muß daher erlaubt ſeyn, billige und nicht zu niedrige Preiſe annehmen zu duͤrfen; wird ihm ſodann die noͤthige Zeit zu ſeinem Geſchaͤfte geſtattet, d. i. wird ihm nicht ein zu großer Wirkungskreis ange⸗ wieſen, oder derſelbe nicht mit Arbeiten uͤberladen, ſo daß er detaillirte und

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