Teil eines Werkes 
1 (1797) Handbuch der Land-Bau-Kunst, vorzüglich in Rücksicht auf die Construction der Wohn- und Wirthschafts-Gebäude für angehende Cameral-Baumeister und Oeconomen. 1
Entstehung
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8 Einleitung. nach Quadrat⸗ und Kubikmaaßen, fuͤr diejenige Bau⸗ herrn und Profeſſioniſten, welche nicht die Geometrie, ſondern nur die ſogenannten Spezies der Rechenkunſt und die Regel de Tri verſtehen,*)

anſchaffen.

Die Erhaltung der Dauerhaftigkeit der Gebaͤude, welches der Haupt⸗ gegenſtand dieſes Werks ſeyn wird, beſtehet im Allgemeinen in der Beobachtung folgender Regeln: b

a) Zu einem jeden Bau muß zufoͤrderſt ein natuͤrlich feſter, oder durch die Kunſt dergeſtalt befeſtigter Grund verſchaft werden, daß derſelbe der Laſt des darauf zu ſetzenden Gebaͤudes, und der hinein zu bringenden zufaͤlligen Belaſtung, als durch Vorraͤthe, Waaren und Mobilien, nicht nur das Gleichgewicht halte, ſondern daß noch ein Ueberſchuß vom Widerſtande des Grundes vorhanden ſei; denn der Druck einer todten Laſt, wie unter andern die eines Gebaͤudes iſt, druͤckt nicht gleich mit ihrer ganzen Kraft, ſon⸗ dern unvermerkt und lange fort; daher ſenken ſich ſchlecht gegruͤndete Ge⸗ baͤude zuweilen erſt nach einigen Jahren. an

b) Gehoͤren zu einer dauerhaften Bauart gute Materialien, das ſind ſolche, welche den ihrer Natur nach hoͤchſten Grad von Feſtigkeit haben, und den beſtmoͤglichſten Widerſtand gegen druͤckende oder trennende Kraͤfte auch gegen die Einwuͤrkung der Luft zu leiſten im Stande ſind.

- Erfordert die Dauerhaftigkeit eines Gebaͤudes nicht nur eine gute Verbin dung oder Verknuͤpfung dieſer Materialien, als Steine durch eine gute verbindende Lage derſelben untereinander, durch guten Moͤrtel, Holzwerk durch geſchickte Verzapfung und beides zuweilen durch Eiſen, ſondern es muß auch auſſer dieſer Feſtigkeit des Zuſammenhanges der Theile, darauf geſehen werden, daß 1

d) dasjenige, welches eine Laſt tragen ſoll, ſtaͤrker ſei, als die Laſt, oder der⸗ ſelben gehoͤrig widerſtehen koͤnne. So darf z. B. eine Mauer nicht auf eine hoͤlzerne Wand, noch weniger auf unterſtuͤtzte Balken geſtellt, ſtarke Mauern nicht auf die ſchwachen Theile eines Gewoͤlbes aufgefuͤhrt wer⸗ den, u. ſ. w.

e) Diejenigen Theile eines Gebaͤudes, welche von einer Seite durch Gewoͤlbe, Streben, oder ſonſt einen groͤßern Druck, als von den andern zu leiden

haben,

*) Von dieſer kleinen Schrift wird naͤchſtens eine neue verbeſſerte Auflage erſcheinen.