20
Uebrigens iſt bei den Geſchaͤften in der Siederei keine beſondere Bemerkung zu machen; da alle die dar⸗ in gefordedte Verrichtungen aufs genaueſte in dem Werke des Herrn Direktor Achard beſchrieben worden ſind. Nur eins ſcheint mir zu bemerken noͤthig zu ſeyn; naͤmlich, daß der Zuckerſieder auf den Zeitpunkt wohl Achtung zu geben hat, wenn das Verdampfen des Saf⸗ tes ſo weit gediehen, als es zur kuͤnftigen Kryſtalliſa⸗ tion am vortheilhafteſten iſt, indem ein zu ſtarkes Ver⸗ dampfen jederzeit nachtheiliger iſt, als ein zu ſchwaches ſeyn kann, da der Syrup, wenn er auf die Schuͤſſeln ſchon ſehr dick gebracht wird, ſchwerer und langſamer kryſtalliſirt, als derjenige Syrup, welcher nicht dicker, als ein gutes Oel iſt. Dieſes ſchelnt auch in der Ruͤck⸗ ſicht begreiflich zu ſeyn, weil das Kryſtalliſiren vorzuͤg⸗ lich durch die in der Zuckerſtube unterhaltene Waͤrme von 25 bis 30 Grad bewirkt wird. Iſt nun der Syrup ſchon von da an, wo er in die Schuͤſſeln aufgeſetzt wird, ſehr dicke: ſo kann die Waͤrme nicht ſo leicht eindrin⸗ gen, als in einen nur maͤßig verdickten Syrup; welches alſo einen langſamern Gang der Kryſtalliſirung verur⸗ ſacht. Der Zuckerſieder kann ſich hierbei, in Ruͤckſicht der Hinlaͤnglichkeit des Verdampfens, genugſam uͤber⸗ zeugen, wenn er einen Loͤffel mit Saft aus der Pfanne nimmt, ſolchen gegen das freie Tageslicht haͤlt und ſanft auf den in dem Loͤffel befindlichen Saft blaͤſet. Bemerkt er nun durch dieſes Blaſen ganz kleine Falten, die ſich auf der Oberflaͤche von einer kaum bemerkbaren duͤnnen Haut formiren: ſo hat die Verdampfung ihren erfor⸗ derlichen Grad erreicht.


