Teil eines Werkes 
[Des ersten Bandes Erstes Stück] (1783)
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116 E iſts gewiß, daß fixe Luft von der gemeinen Luft ge⸗ ſchieden wird, und daß die ganze Veringerung blos ihrer Erzeugung und Einſaugung zugeſchrieben wer⸗ den muß. Herr Cavoiſier hat dieſe Punkte in das helleſte Licht geſezt. Er brachte ein brennendes Licht unter ein weites Gefaͤß, welches auf Queckſil⸗ ber ſtand: die Luft dehnte ſich zuerſt wegen der Hitze aus, und das Licht wurde kurz nachher ausgeloͤſcht; aber da alles kalt war, ſo war faſt keine Verringe⸗ rung. Er brachte ſodann eine kauſtiſche fixe alka⸗ liſche Lauge unter das Gefaͤß; die Luft wurde ſogleich verringert, und die Verringerung betrug beynahe ein Neuntheil des Ganzen. Er brachte naͤchſtdem eine geringe Menge Vitriolſaͤube hinein; das Alkali erhizte ſich ſogleich, gab ſeine fixe Luft von ſich, das Oueckſilber ſiel wieder, und die Luft nahm in dem Gefaͤße denſelben Raum ein, wie zuvor; ſo daß alſo dieſer Verſuch voͤllig entſcheidend iſt. Er zuͤndete auch ein Licht an in depflogiſtiſirter Luft und da es ausgeloͤſcht war, brachte er eine kauſtiſche fixe alkaliſche Lauge hinein, und nur dann wurde dieſe Luft um 12 Drittel davon in fixe Luft verwandelt, aber das uͤbrige Drittel war ſo wenig pflogiſti⸗ ſirte Luft, daß vielmehr ein Licht vollkommen gut darin brannte, und als es ausgegangen war, wurde die Luft durch ein kauſtiſches fixes Laugenſalz zur Haͤlfte verzehrt, und das uͤbrige war doch nur noch wenig ſchlechter als gemeine Luft.(Mem. Par. 1777. p. 195. c.) Indeſſen glaubt doch Herr Cavoiſier, daß

durch die Verkalchung der Metalle, keine fixe Luft erzeugt

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