Teil eines Werkes 
2 (1828) Wirthschafts-Plane und Entwürfe für die Rochsburgischen Wirthschaften für die Jahre 1803-1825 : nebst nachträglichen Bemerkungen über den Gang derselben in der letzten Zeit bis zu und nach dem Tode des Grafen Schönburg vom Herausgeber
Entstehung
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298 Nachtraͤgliche und Schluß⸗Bemerkungen

ſchafe derſelben Stuͤck fuͤr Stuͤck durchgeſehen, und jedes Stuͤck, bis auf einige wenige, die mir durchliefen, am Hals, Ruͤcken, dem Kreuz und den Keulen in Ruͤckſicht der Wolle beſehen, und nicht nur in dem ganzen Viehe ſelbſt, ſondern beſonders auch auf jedem einzelnen Stuͤck eine Ausgeglichenheit der Wolle gefun den, wie ſie nichts mehr zu wuͤnſchen uͤbrig laͤßt; wie auch die Wollproben ausweiſen, die ich damals ſelbſt abgenommen und geſammelt, und noch ganz unverfaͤlſcht liegen habe*). Dabei war und iſt dieſe Wolle ſelbſt ſo zart, und fein, ſanft, und mild, wie je eine, und es fanden ſich jetzt auch etwas mehr Exemplare mit kurzer dichter, gedraͤngter Wolle darunter, denn ſonſt; obgleich auch die langwolligen, bei Weitem die Ueber zahl, dabei keineswegs darum weniger reichwollig waren: denn da dieſe lange Wolle keine flattrige war, ſondern auf der Haut dicht und gut aufſaß, ſo gab die ganze Schaͤferei auch fer⸗ ner noch den hohen Wollertrag, den wir hier immer von ihr angegeben gefunden haben 2*)..

Die fruͤhere haͤuſige Neigung dieſer Wolle zum Perlen fand ich jetzt nur in wenigen Exemplaren hier noch vor.

Dabei zeigte ſich dies Schafvieh auch ferner, wie ſonſt, ausgezeichnet durch ſeine Groͤße, ſeinen langgeſtreckten Bau, und den großen Umfang des Leibes, wovon ich in meinen Reiſe⸗ bemerkungen(Leipzig 1815 und 1819) durch genaue Meſſungen einzelner Exemplare mehrere Nachricht gegeben habe, und wovon auch in dem oͤkonomiſchen Tagebuche des Hrn. Grafen hier und

da Naͤheres angezeigt iſt.

Die Zuchtſtaͤhre waren einer ſolchen Mutterheerde vollkom⸗

men wuͤrdig; und es iſt mir, wie ich hier nochmals wiederhohle,

*) Wer aber verlangen wollte, daß die ganze Heerde ganz und gar daſſelbe höchſte Ideal von edler und feiner Schafrage darſtellen ſollte, welches ich beſonders in einer kleinen Anzahl von Schafen fand, der muß wohl kaum eine ganze edle Schäferei ſo genau geſehen haben. Aber wo ſind überhaupt die Id eale anders, als einzeln, zu finden! Dies waren aber wirklich Exemplare, wie das Jährlingsſchaf, für wel⸗ ches im J. 1811 dem Grafen 1000 Rthlr. Gold geboten wurden.

) Im J. 1823 hatten die Lämmer z. B. die im Dec. 1822 und Jan. 23 gebohren, und Mitte Juni geſchoren wurden, pro Stück durchſchnittlich circa 1 Pfund Wolle gegeben.-