276 Oekonomiſches Tagebuch
IX.— Fuͤr die Jahre 1810— 19.
Den 1ſten Junius 1810 wurden drei Lammſtaͤhre ge⸗
wogen: Nr. 1. ein kolbiger wog— Pfund - 2, ein gehoͤrnter wog 73— z5 3. ein dergl. wog 84—— Das letztere Gewicht habe ich mir beinahe nicht als moͤglich ge⸗ dacht von einem halbjaͤhrigen Thiere!
Von den, dieſes Jahr nach Leipzig verkauften, Merzham⸗ meln hat einer von meiner Rage,— hoͤchſtens dreijaͤhrig,— ausgeſchlachtet an Fleiſch, ohne Inſelt, gewogen Summa 71 Pfund.
Wo es nicht an Streu fehlt, gewinnt die Wirthſchaft un— ſtreitig, wenn— ſtatt des Pferchs— die Schafe des Nachts und auch bei der Mittagsruhe im Stalle erhalten werden, und man ihnen reichlich einſtreut.
Ein Jaͤhrlingsſtaͤhr wog bei der Schur,— den 1ſten Mai 1811,— 136 Pfund Leipz. Gemichr; und ein Zeithammel 144 Pfund.
Zur Vollkommenheit der Schafzucht iſt es durchaus erfor⸗ derlich, daß die Schafe ununterbrochen reichliche und ihnen angenehme Nahrung erhalten. Bekom⸗ men ſie auf einmal zu viel, ſo waͤhlen ſie nur das Beſte heraus, und verabſcheuen den Ueberreſt. Sie muͤſſen daher dieſes Futter nach und nach bekommen, damit die Luſt zum Speiſen immer erneuert werde. Aus dieſem Grunde iſt ein eigner Mann erfor⸗ derlich, welcher im Sommer den eingefuͤtterten Klee auflockere und umwende, und— auch außer der Futterſtunde— nach⸗ fuͤttere.— Eben dieſe Vorſicht iſt bei der Winterfuͤtterung,— beſonders bei geſchnittenem Futter,— nothwendig.
Die außerordentliche Trockenheit und Hitze dieſes Jahres verurſachte bei einer meiner Schafheerden in Mohsdorf,— ins⸗ geſammt zweijaͤhrig und ſehr beliebt,— ein furchtbares Ster— ben. Von hundert und einigen Stuͤcken verlor ich in wenigen Tagen 33 Stuͤck! Man fand bei ihrer Oeffnung Blut in der
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