Teil eines Werkes 
1 (1828) Oekonomisches Tagebuch für die Jahre 1799-1819 : nebst einer vorläufigen kurzen Geschichte und Darstellung der Rochsburgischen Wirthschaften, und des ökonomischen Lebens und Wirkens des Hrn. Verfassers im Allgemeinen, vom Herausgeber; und einem Portrait des Erstern in Steindruck
Entstehung
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des Grafen H. E. v. Schoͤnburg. 13

lauſitz erkauft, gerieth aber mit dem Verkaͤufer in Proceß, ſo daß der Kauf nicht zur Ausfuͤhrung kam.

Hier, in Berthelsdorf, ſchaffte er nun gleich das bisher dort gehaltene Rindvieh ab, und legte in dem folgenden Jahr 1793 im November den Grund zu ſeiner, nachher ſo welt beruͤhmten, Schaͤferei, indem er am 1ſten November d. J. 132 Mutterſchafe und 112 Hammel, Summa 244 Stuͤck, und zwar ſchon ſehr veredelten Viehes hier beſaß. Dieſe wurden ſo⸗ gleich im Stalle gefuttert, und dieſerhalb war ſchon ein ſehr an ſehnlicher Kleebau eingefuͤhrt, und darin allerdings zuviel gethan worden, indem man die ganze Brache mit Klee bebaut hatte, und ihn ſo alle drei Jahre auf daſſelbe Feld bringen mußte; daher er denn ſpaͤterhin nicht gut hier wachſen wollte. Freilich war aber ohne großen Kleebau uͤberhaupt keine Wirthſchaft mit Stall⸗ futterung moͤglich; und wie energiſch der Graf dieſer Einſicht folgte, zeigt z. B. auch, daß er nach dem von ihm, wie wir eben ſagten, gekauften Gute Gosda gleich fuͤr 1000 Rthlr. Kleeſaamen ſchickte!

Im Jahr 1794 beſtand dieſe Berthelsdorfer Schaͤferei aus 362 Stuͤck, incl. 118 Laͤmmer, und die Wolle galt 13 Rthlr.; im Jahr 1795 enthielt ſie 178 alte Hammel, 146 Stuͤck Schafe, 29 Jaährlinge und 106 Lammer, Summa 459 Stuͤck, und ihre Wolle galt 16 Rthlr. 1

Im Jahr 1796 fand ich ſelbſt ſchon eine zwiefache Stall⸗ ſchaͤferei vor, in Rochsburg aus 352, in Berthelsdorf, incl. 96 Stuͤck Laͤmmer, aus etwas uͤber 400 feinen Schafen beſtehend, deren Wolle damals fuͤr 17 Rthlr. pro Stein verkauft wurde.

Dieſes edle und feine Schafvieh nun war theils aus Stolpen, theils aus andern feinen herrſchaftlichen ſaͤchſiſchen Schaͤfereien erkauft worden, namentlich aus Dahlen, Reibers dorf, Mutzſchen u. ſ. w., zum Theil aber auch wohl von der Triftſchaͤerei genommen. Daß eine Anzahl Stolpiſcher Original⸗Merino's gekauft worden ſey, hat der Graf, bei einem kleinen literariſchen Zwiſt, der in der landwirthſchaft⸗ lichen Zeitung, unter dem Namen ſeiner Inſpectoren, von ihm ge fuͤhrt wurde, ſelbſt mit Beſtimmtheit verſichert, und ſich dabei auf das Zeugniß ſeines damaligen Oekonomie-Inſpectors, des